Ruheplätze

Vielleicht lesen heutzutage nicht mehr viele Menschen regelmäßig in der Bibel – obwohl sie ein ausgesprochen vielseitiges Buch ist. Historische Berichte sind ebenso enthalten wie Parabeln, blutrünstige Erzählungen ebenso wie feinfühlige Liebesgedichte.

Morgengedanken 4.9.2017 zum Nachhören:

Der zweite Vers des Psalm 23 führt uns mit seinen Bildern hinein in die Natur, wie wir sie in vielen Gegenden unseres Landes in wunderbarer Weise vorfinden. Wenn wir die Worte des Psalms hören, stellen sich wie von selbst Bilder, Farben und Geruch von satten, grünen Wiesen und stillen Gewässern ein.

Annamaria Ferchl-Blum
ist Theologin und Fachinspektorin für katholischen Religionsunterricht in der Diözese Feldkirch in Vorarlberg

Innere Ruhe und Ordnung

Als Vorarlbergerin weiß ich es zu schätzen, mit dem Bodensee einen Ruheplatz am Wasser vor der Haustüre zu haben und in nur wenigen Minuten auf grünen Auen und in bunten Laubwäldern unterwegs sein zu können. Von einem erfahrenen Meister der Meditation habe ich gelernt, wie wichtig es für unsere seelische Entwicklung ist, sich regelmäßig zu diesen Ruheplätzen führen zu lassen. So rät der Jesuit P. Franz Jalics, dem durch genügend Schlaf ausgeruhten Menschen zu Bewegung im Freien und zum Auftanken im Grünen und am Wasser. Achtsames und mit allen Sinnen praktiziertes Wahrnehmen der Natur ist ein kraftvolles Mittel zu innerer Ruhe und Ordnung.

Vielleicht beginnen Sie diese Woche mit einem langsamen Barfußgang durch den Garten, verweilen bei einem Baum oder schwimmen ein paar Längen im nahegelegenen See. Spüren Sie der daraus entstehenden Wachheit und Geistesgegenwart nach: Sie wird Ihren Tag bereichern!