Miteinander essen und trinken

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ – weiß der Volksmund. Gemeinsames Essen und Trinken sind aber auch ganz wichtig für die Gemeinschaft. Im 23. Psalm wird Gott als Gastwirt beschrieben, der sich von der Versorgung seiner Gäste von nichts abhalten lässt.

Morgengedanken 7.9.2017 zum Nachhören:

Im Christentum ist eines der stärksten und wichtigsten Bilder für das Reich Gottes das gemeinsame Mahl. Beim Essen und Trinken sind wir verwoben mit Natur, Kultur und Menschen aus verschiedenen Ländern, die für unsere Nahrungsmittel arbeiten. Gemeinsame Mahlzeiten in der Familie sind wichtigster Anker für die Kinder, bei denen nicht nur der Körper genährt wird. Freundschaften werden belebt und gefeiert beim gemeinsamen Essen und Trinken.

Annamaria Ferchl-Blum
ist Theologin und Fachinspektorin für katholischen Religionsunterricht in der Diözese Feldkirch in Vorarlberg

Der Tisch des Lebens

Außerdem: „Man kann nicht gut denken, lieben, schlafen, wenn man nicht gut gegessen hat“, bringt es die Schriftstellerin Virginia Woolf auf den Punkt. Im Psalmvers kommt hinzu, dass der göttliche Gastgeber sich von möglichen Feinden nicht vom Bewirten abhalten lässt, wenn es heißt: „Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde und füllst mir reichlich den Becher.“ Feinde des guten Lebens gibt es genug. Einer davon ist die Gier nach immer mehr Besitz, Spaß, „Action“ und Erlebnissen. Manche Menschen leben so, als wäre dieses Leben die letzte Chance, weil es danach nichts mehr gibt – und brennen dabei aus.

Dabei gilt die Zusage: Der Tisch unseres Lebens ist immer schon gedeckt und der Becher reichlich gefüllt. Auch wenn feindliche Augen uns die Mahlzeit verderben möchten: Wir sind geladen an den Tisch des guten Lebens in Fülle, das uns im Hier und Jetzt und darüber hinaus verheißen ist.