Jeder Mensch

Grenzen überwinden – das war ein wichtiges Ziel von P. Franziskus Maria Jordan, als er vor mehr als 100 Jahren die salvatorianischen Gemeinschaften in der römisch-katholischen Kirche gegründet hat. Bis zu seinem 100. Todestag am 8. September 2018 wird er jetzt gefeiert – mit einem ganzen Jubiläumsjahr.

Morgengedanken 27.9.2017 zum Nachhören:

Manche Menschen glauben, dass Religion – und da besonders die sogenannten monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam der Grund für Gewalt und all die kriegerischen Konflikte wären. Ja – Diktatoren wie Hitler oder Stalin umgeben sich gern mit religiös anmutenden Inszenierungen, aber diese haben nichts mit dem Glauben eines Jesus von Nazareth gemein.

Schwester Brigitte Thalhammer SDS
ist Provinzleiterin der römisch-katholischen Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen

Vielfalt in Verbundenheit

Nach biblischem Verständnis ist jeder Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen und hat eine unverlierbare Würde, die zu achten ist. Und ebenso in der Sprache der Bibel: Jeder und jede ist Kind Gottes – und somit sind wir alle auf dieser Welt Schwestern und Brüder – die sich nicht bekriegen, sondern für einander sorgen sollten. Wer die Botschaft der Bibel ernst nimmt, ist ziemlich gefordert. P. Jordan hat sich fordern lassen. Für ihn war der Gedanke für alle und mit allen zentral. Niemand soll ausgeschlossen werden, alle können sich - auf verschiedene Weise - seiner Bewegung anschließen. Auch in seinen Aufgabengebieten wollte er sich nicht einschränken lassen: Zu allen Menschen in Not sollen die Mitglieder der Gemeinschaft gehen.

Gerade in einer Zeit, in der Mauern aufgezogen werden, Trennendes in den Mittelpunkt gestellt wird, erweist sich die Überzeugung P. Jordans als topaktuell. Auch wenn es anstrengend ist: Es geht darum, Vielfalt in Verbundenheit zu leben. Zukunft haben wir in dieser einen Welt nur gemeinsam.