Lehren und verkünden

„Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben“ – lautet ein alter Spruch. Das lebenslange Lernen ist längst zum politischen Thema geworden. Der katholische Priester Pater Franziskus Maria Jordan wollte vor mehr als 100 Jahren zuerst eine „Lehrgesellschaft“ gründen.

Morgengedanken 29.9.2017 zum Nachhören:

P. Jordan hat seine Gemeinschaft ursprünglich als Apostolische Lehrgesellschaft gegründet. Lehren, das sollte die Hauptaufgabe sein. Für ihn war Bildung ein Herzensanliegen. Bildung gibt Menschen die Möglichkeit zur Reflexion, zur Deutung, dessen was geschieht und eröffnet neue Handlungsoptionen.

Schwester Brigitte Thalhammer SDS
ist Provinzleiterin der römisch-katholischen Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen

Ganzheitliches Wissen

Wenn P. Jordan von „Lehren und Verkünden“ spricht, dann ist das kein Belehren von oben herab. Es geht um ein Forschen und Fragen – um ein gemeinsames Lernen, was den Menschen ausmacht, wie Leben auf dieser Welt gut gelingen kann. Für P. Jordan war dabei, wie er es nennt, „profanes Wissen“ wichtig – und zugleich lebte er aus dem Erfahrungsschatz der Bibel. Darin finden sich viele Befreiungsgeschichten. Die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei ist die Urerfahrung, die immer wieder in den biblischen Erzählungen aufleuchtet. Diese Tradition prägte auch Jesus von Nazareth, der selber wiederum ein genialer Lehrer war. Die Lebenserfahrung der Menschen aufgreifend fand Jesus Bilder, die auf völlig neue Weise von Gott erzählten – und von der Beziehung Gottes zum Menschen und der Menschen untereinander. Himmelreich nennt Jesus diese Vision.

Allein technischer Fortschritt und ein Mehr an Wissen nähert uns dieser Vision nicht an. Es braucht ein ganzheitliches Wissen und die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden. Bleiben wir dran am Lernen!