Heilsam begegnen

Nicht nur Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht – auch Worte verschwinden. Um ein solches aus der religiösen Sphäre geht es heute in den Morgengedanken. Für den katholischen Priester Pater Franziskus Maria Jordan war es von zentraler Bedeutung.

Morgengedanken 30.9.2017 zum Nachhören:

Die zentrale Glaubensgestalt ist für P. Jordan Jesus von Nazareth. Auf ihn verweist er mit seinem ganzen Leben. Und das gilt auch für uns Salvatorianerinnen und Salvatorianer heute. Dazu verpflichtet schon allein der Name: Salvator bedeutet Heiland. Ein altes, kaum mehr gebräuchliches Wort – für mich aber wunderschön: Jesus, der heilt und aufrichtet. In vielen Begegnungen Jesu mit Menschen leuchtet dies auf. Heilen, heilsam begegnen: Das braucht Aufmerksamkeit, Gegenwärtig-Sein, Zugewandt-Sein – und meint – wenn man auf Jesus schaut - nicht immer nur lieb und nett sein.

Schwester Brigitte Thalhammer SDS
ist Provinzleiterin der römisch-katholischen Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen

Einsatz für Gerechtigkeit

Es beginnt damit, sich selbst heilsam zu begegnen – oder wie es eine Mitschwester nennt: mit sich selbst befreundet zu sein. Und das wirkt hinein, in die kleinen Alltagsbegegnungen, die ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Es sind Lebensräume, wo Menschen erfahren, ich darf hier so sein, wie ich bin. Ich kann mich ins Wort bringen mit allem was mich ausmacht. Es ist die Art Gottesdienst zu feiern, so dass Menschen aufgerichtet wieder in den Alltag gehen. Es ist die Atmosphäre im Krankenhaus oder Altersheim, die Geborgenheit vermittelt. Es ist das Schutzhaus für Frauen, die ausgebeutet wurden und das Engagement gegen Menschenhandel. Es ist der politische Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden.

So leben wir heute den Auftrag P. Jordans: mit allen Mitteln, die die Liebe eingibt, Jesus Christus zu verkünden als den Heiland der Welt.