Der Muslim und die Jüdin - Eine Rettungsgeschichte

Themen: Martin Kronthaler, seit 10 Jahren Generalsekretärin der Aktion Leben; Hauptwerk eines Sufi-Meisters erstmals auf Deutsch; Eine erstaunliche Rettungsgeschichte in Berlin 1941; Bibelessay von Josef Schultes

Für ein „Leben in Fülle“ – Martina Kronthaler

Der überkonfessionelle private Verein „Aktion Leben Österreich“ berät, begleitet und unterstützt schwangere Frauen oder werdende Eltern, die sich in einer Notsituation befinden. Die Beratung ist non-direktiv, strebt also nicht ein ideologisch erwünschtes Ergebnis an, - dafür wird die „Aktion Leben“ übrigens häufig von katholischen Lebensschützern kritisiert, weil die ergebnisoffene Schwangerenberatung nicht der katholischen Lehre entspreche.

Erfüllte Zeit
Sonntag, 24.9.2017, 7.05 Uhr, Ö1

Der Verein bietet Sexualerziehung für Jugendliche, Bildungsveranstaltungen für alle Altersgruppen und publiziert Broschüren, Spiele und Unterrichtsbehelfe zu den Themen Empfängnisverhütung, Schwangerschaft und Biotechnologie. Die „Aktion Leben“ informiert auch über ethische Fragen der modernen Geburtsmedizin und nimmt dazu Stellung.

Heuer ist es zehn Jahre her, dass Martina Kronthaler das Amt der Generalsekretärin übernommen hat. Die studierte Historikerin ist auf einem Bauernhof im Mostviertel aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie in Wien. Martin Gross hat mit ihr über wesentliche Stationen ihres Lebens gesprochen und über das, was man ihre spirituellen Kraftquellen nennen könnte.

Mystische Weltliteratur – Hauptwerk eines Sufi-Meisters erstmals auf Deutsch

Wenn heute von Islam und muslimischen Gemeinschaften die Rede ist, dann dominieren Themen wie Terrorismus, Kriege und Spannungen im Nahen Osten, aber auch Flüchtlingsbewegungen und – im Zusammenhang mit Europa - Integrationsfragen die Berichterstattung.

Buchhinweis:
Farid od-Din Attar, „Das Buch der Leiden“, Verlag C. H. Beck

Kein Wunder, dass dabei eine andere Seite des Islam ins Hintertreffen geraten ist – nämlich die islamische Mystik oder der Sufismus. Ein mystisches Werk der Weltliteratur ist vor kurzem erstmals als komplette deutsche Übersetzung erschienen: „Das Buch der Leiden“ von Farid od-Din Attár, aus dem Persischen übersetzt von Bernhard Meyer. Lise Abid mit einer Rezension.

„Der Muslim und die Jüdin“ – Eine erstaunliche Rettungsgeschichte

Er gilt als der einzige Vertreter der arabischen Welt, der in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt wurde. Über die Heldentat des ägyptischen Arztes Mohammed Helmy, der ab 1941 in Berlin ein jüdisches Mädchen versteckt und so gerettet hat, ist jetzt ein Buch herausgekommen.

Buchhinweis:
Ronen Steinke, „Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin“, Berlin Verlag

Es trägt den simplen Titel „Der Muslim und die Jüdin“ – und es zeigt, dass die derzeit aus politischen Gründen so schwierigen Beziehungen zwischen Judentum und Islam zu Beginn des 20. Jahrhunderts um einiges besser als heute waren. Die Erinnerung daran könnte in der aktuellen Situation durchaus nützlich sein, findet der deutsche Publizist Ronen Steinke, der das Buch „Der Muslim und die Jüdin“ geschrieben hat. Zuvor hat er übrigens eine Biografie über Fritz Bauer verfasst - dieser couragierte Jurist fungierte als Ankläger bei den Frankfurter Auschwitz-Prozessen (1963 – 1981). Der preisgekrönte Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“ beruht auf dieser Biografie. Brigitte Krautgartner hat mit Ronen Steinke gesprochen.

Bibelessay zu Jesaja 55, 6 - 9 - „Der Herr lässt sich finden“

Am sogenannten 25. Sonntag im Jahreskreis ist in den katholischen Messfeiern als erster Lesungstext eine Stelle aus dem Ersten Testament, genauer: aus dem Prophetenbuch Jesaja, vorgesehen. Gedanken dazu vom katholischen Theologen und Bibelwissenschaftler Josef Schultes, der zu diesem Teil der Bibel eine sehr persönliche Beziehung hat.

Bibelessay zu Jesaja 55, 6 - 9

Moderation: Martin Gross

Erfüllte Zeit 24.9.2017 zum Nachhören: