„Der Rabbi von Shanghai“

Jüdisches Leben in China: Shanghai war in den späten 1930er Jahren oft der einzige Zufluchtsort für Jüdinnen und Juden, die vor den Nazis fliehen mussten.

Die internationale Stadt erlaubte damals die Einreise ohne Visum. Das Leben dort war – vor allem nach der Machtübernahme durch die Japaner – nicht immer einfach, aber Cafés und Theater ließen sie an die europäische Heimat zurückdenken, gerade im Stadtviertel Hongkou, wo die meisten jüdischen Menschen unterkamen. Einige alte Gebäude sind noch übrig, nicht zuletzt die Synagoge, die vor wenigen Jahren zu einem Museum umgestaltet wurde.

Tao
Samstag, 25.11.2017, 19.05 Uhr, Ö1

Die Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs waren dabei nicht die ersten Jüdinnen und Juden, die sich in der multikulturellen Metropole Shanghai niedergelassen hatten. Oder gar in China – schon im Mittelalter gab es (kleine) jüdische Communities in der damaligen Hauptstadt Kaifeng, sowie die erste Synagoge. In der Folge gab es jüdisches Leben in vielen weiteren Hafenstädten des Reichs der Mitte. Zwischen 1947 und 1949 flohen allerdings die allermeisten Juden auch aus Shanghai, wegen Bürgerkriegs und des neuen kommunistischen Regimes.

Doch heute gibt es wieder sehr kleine jüdische Gemeinden, die unter den wachsamen Augen der Regierung ein jüdisches Leben mit koscheren Lebensmitteln und gemeinsam zelebrierten Feiertagen in Shanghai aufbauen. Isabella Ferenci ist ein Einblick in das wieder aufkeimende jüdische Leben in Shanghai gelungen. Unter anderem hat sie Bekanntschaft mit dem chassidischen Rabbiner Shalom Greenberg gemacht, der sich seit 1998 um das religiöse Leben der Jüdinnen und Juden von Shanghai kümmert.

Gestaltung: Isabella Ferenci

Tao 25.11.2017 zum Nachhören: