Immer nach vorne schauen

Das ist eine Grundregel, nicht nur bei Balanceübungen, sondern auch für das ganze Leben. Das zeigt sich auch bei biblischen Geschichten ganz deutlich.

Morgengedanken 18.11.2017 zum Nachhören:

Petrus steigt aus. Er verlässt während des Sturms das Schiff seiner Kollegen, das einer Nussschale gleich mit den Wellen des Sees Genezareth kämpft. Den Blick auf Jesus gerichtet, geht Petrus auf ihn zu. „Immer nach vorne schauen!“, möchte ich ihm zurufen.

Klaudia Achleitner
ist Leiterin des Referats für Pfarrgemeinderäte im Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg

Mit wachem Blick durchs Leben

Ich stehe in der Vorhalle des Petersdoms in Rom und schaue hinauf zu dem Mosaik mit der Darstellung des Seesturms. Das Mosaik heißt „Navicella“, das heißt übersetzt „Schiffchen“. Dramatisch bewegen sich die Wellen. Doch Petrus verliert den Blickkontakt, schaut auf die Wellen und sinkt. „Immer nach vorne schauen!“ ist der wichtigste Grundsatz bei allen Gleichgewichtsübungen. Egal, ob ich Fahrrad fahre, auf einem Bein hüpfe oder über einen Balken balanciere. Sobald ich nach unten schaue, beginne ich zu wackeln.

„Immer nach vorne schauen!“ Mit einem Ziel vor Augen sind auch die schwierigsten Wegstrecken zu schaffen. Stolpersteine verlangen eine Ruhepause. Aber nicht zu lange, sonst ziehen sie einen nach unten. „Immer nach vorne schauen!“ Mit wachem Blick durchs Leben gehen. Die Blicke der anderen Menschen wahrnehmen und manchmal für kurze Zeit darin eintauchen. Petrus steigt aus. Er wagt völlig Neues. Das, was er schon alles mit Jesus erlebt hat, lässt ihn vertrauen. Fast ganz. Als er wegschaut, streckt ihm Jesus seine Arme entgegen. Vor dem Mosaik stehend wiederholt sich in mir ständig der Satz „Immer nach vorne schauen!“ Auf Jesus!