Goldkorn im Treibsand

Vieles läuft im Leben anders, als man es sich erträumt hat. Gedanken des Versagens können hochkommen und nachdenklich stimmen. Wie beim Goldwaschen ist es auch im Leben: Die Goldkörner finden sich meist unter viel Treibsand.

Morgengedanken 30.11.2017 zum Nachhören:

Der verstorbene Bischof Reinhold Stecher – ein begabter Erzähler in Bildern – beschreibt einmal Gott als geduldigen Goldwäscher:

Wilfried M. Blum
ist römisch-katholischer Pfarrer in Rankweil in Vorarlberg

Weggeschwemmt – vorbei, fast vorbei die schönen Tage,
der Herbst, das Jahr, unsere Zeit …
Aber vorbei ist nicht vergeblich!
Aus all dem Treibgut und Treibsand unseres Daseins filtert Er sie heraus,
die winzigsten Wert-Körner unseres Bemühens;
der große geduldige Goldwäscher findet sie alle.
So kann das kleine Rinnsal unserer Existenz
getrost einmünden in den mächtigen Strom des Lebens,
der heimwärts zieht in das lichtvoll bergende Meer
der Unendlichkeit.

Gerade diese dunklen Herbsttage geben uns viel Zeit zum Nachdenken und Grübeln. Manchmal taucht viel Treibsand und Treibgut unseres Lebens auf, was in der hellen Jahreszeit unentdeckt und verborgen bleibt. Es kann niederdrückend werden und Selbstzweifel auslösen: Ist mein Leben nicht danebengegangen? Manches wurde von anderen durchkreuzt und manches hat man selbst verbockt.

Ich finde den Gedanken ermutigend, dass es jemanden gibt, der wie ein geduldiger Goldwäscher die vielen, in uns befindlichen Goldkörner herauswäscht, um sie in das lichtvoll bergende Meer der Unendlichkeit zu bringen, in die Liebe Gottes.