Die Felsenstadt Petra

Wecken um 5 Uhr, rasch zum Frühstück und dann ab. Wir, eine miteinander vertraute Reisegruppe aus der Steiermark, wir haben es geschafft. In der Hand die Eintrittskarte, jede namentlich gekennzeichnet, so stehen wir im Besucherzentrum von Wadi Musa.

Gedanken für den Tag 16.12.2017 zum Nachhören:

Wir wollen unter den ersten sein, wenn das Tor um 6 Uhr geöffnet wird. Um etwas Einzigartiges zu erleben, nämlich den Sonnenaufgang in Jordaniens Felsenstadt Petra.

Faszinierend der Zugang im Siq, in dieser engen Schlucht, über 70 Meter tief, mehr als einen Kilometer lang. Jede Biegung eine neue Welt. Farb-Symphonie in Stein. Wunderwerk durch Wasser-Wucht. In den Felswänden immer wieder Votivnischen mit religiösen Symbolen. Einst ein Pilgerweg. An dessen Ende die Kházne al-Firaún, die wohl berühmteste Fassade der Stadt. Für mich atemberaubend wie noch nie, im Licht der Morgensonne...

Josef Schultes
ist katholischer Bibelwissenschaftler

Jordanien - Land der Bibel

Petra: zweifellos eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Jordaniens! Auf halbem Weg zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Aqaba, in den Bergen von Edom. Mehr als zwei Jahrhunderte lang, etwa von 150 vor bis 106 n.Chr., stand Petra in Blüte. Als Hauptstadt des Reiches der Nabatäer, die sie Réqem nannten, „die Rote“, „die Farbenprächtige“. Knotenpunkt von einst bedeutenden Karawanenstraßen. Reichtum und Macht durch Handel mit Elfenbein, Seide, Gewürzen und nicht zuletzt mit Weihrauch.

Vom Siq führt der Weg weiter zum zentralen Theater. An der Säulenstraße mehrere Tempel, der größte davon den nabatäischen Hauptgottheiten Dushára und Al-Úzza geweiht. Im Rahmen einer Tagesexkursion bleiben viele Touristen im Tal, fotografieren die bunten Sandformationen und kaufen Souvenirs. Wir, eine bergfreudige Gruppe, wir steigen aber noch zum sogenannten „Hohen Opferplatz“ auf, einem besonderen Ort für Rituale und Kultfeiern. Beim Abstieg kommen wir an monumentalen Grabtempeln vorbei. Mit Fassaden, direkt aus dem rötlichen Sandstein gehauen: Überzeugend verweisen sie auf eine Hoffnung nach dem irdischen Ableben, auf einen letzten Advent...

Jordanien, ein Land etwa so groß wie Österreich, ist mir recht vertraut geworden. Jede meiner Reisen hat mich seiner Jahrtausende alten Kultur und seinen liebenswerten Menschen ein Stück näher gebracht. Diesem „Land der Bibel“ bin ich von Herzen dankbar. „Advent am Jordan“: Assalám al-Urdún – Friede für Jordanien!

Musik:

„Iraqi Mijwiz“ von Lars-Luis Linek, bearbeitet von Johannes Matthias Hoffmann
Label: Perfect Pitch PP 016