Die Guerillera und der Papst

Themen: Interview mit Ex-Guerillera in Nicaragua; Ehe für alle - christliche Reaktionen; Muslimin Sineb El Masrar fordert mehr Mut

Nicaragua: Ex-Guerillera Dora Maria Téllez rechnet mit Ortega ab

„Manche Menschen sterben, bevor sie sterben“. Das sagt die ehemalige Guerilla Kämpferin Dora Maria Téllez über Daniel Ortega, den Präsidenten Nicaraguas, mit dem sie einst gemeinsam gekämpft hatte. Er habe die linke Ideologie verraten, häufe Macht und Kapital an und habe mittlerweile auch Teile der katholischen Bischofskonferenz auf seine Seite gezogen. Die Linke in Europa bringe Ortega – aus Gründen der Nostalgie – noch immer viel Sympathie entgegen.

Nicaragua Guerillera Dora Maria Tellez

ORF/Alexandra Mantler

Ex-Guerilla Kämpferin Dora Maria Téllez alias Comandante Dos

Papst Franziskus hingegen, der Pontifex aus Argentinien, kenne die „lateinamerikanischen Codes“ und könne die aktuelle Situation in Nicaragua besser einschätzen. Alexandra Mantler hat die ehemalige Guerillera zu einem Gespräch in Nicaraguas Hauptstadt Managua getroffen. - Gestaltung: Alexandra Mantler

Love and Marriage - Ehe für alle

Skepsis und Bedauern auf der einen Seite - eine „Ehe im christlichen Sinn“ könne es nur zwischen Mann und Frau geben. Freude und Unterstützung auf der anderen Seite - es gehe um rechtliche Gleichbehandlung und die Überwindung von Diskriminierung. Die Ehe soll künftig allen, also auch homosexuellen Paaren, offen stehen. In der vergangenen Woche hat der Verfassungsgerichtshof in Österreich der „Ehe für Alle“ den Weg geebnet. Die Höchstrichter haben in der bisherigen Unterscheidung zwischen „Eingetragener Partnerschaft“ und „Ehe“ eine verfassungswidrige Verletzung des Diskriminierungsverbots gesehen. Die Reaktionen innerhalb der christlichen Kirchen fallen durchaus bunt gemischt aus. - Gestaltung: Julia Wötzinger

Muslimische Querdenkerin Sineb El Masrar fordert mehr Mut

Sie hat zuletzt mit ihrer Kritik an anerkannten muslimischen Organisationen und deren Vertretern für Aufregung gesorgt: die deutsche muslimische Journalistin Sineb El Masrar. Ihr Buch „Emanzipation im Islam“ - eine Abrechnung mit ihren Feinden ist 2016 erschienen.

Praxis
Mittwoch, 13.12.2017, 16.05 Uhr, Ö1

Die marokkanisch-stämmige Autorin war kürzlich auf Einladung des österreichischen Integrationsfonds in Wien. Im Gespräch mit Judith Fürst nimmt sie Stellung zu „MeToo“, schildert ihre Eindrücke über muslimische Frauen im deutschen Sprachraum und präzisiert ihre differenzierte innermuslimische Kritik, die sich nicht so sehr gegen konservative Strömungen als vielmehr gegen reaktionäre Kreise innerhalb des Islam richtet: Diese seien kompromisslos und trieben einen politisch-radikalen Islam voran. - Gestaltung: Judith Fürst

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 13.12.2017 zum Nachhören:

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