Liebe ist das Ur-Geschenk

Wer freut sich nicht, am Heiligen Abend beschenkt zu werden? Für wen ist es nicht ein ergreifendes Glückserlebnis, strahlende Kinderaugen vor dem Christbaum zu sehen? Wer ist nicht zutiefst gerührt, wenn eine Überraschung gelingt und Freudentränen oder eine herzliche und dankbare Umarmung die Antwort auf ein Geschenk sind?

Gedanken für den Tag 21.12.2017 zum Nachhören:

Geschenke haben gefühlsbetonten Charakter und sind Ausdruck der Wertschätzung und Anerkennung. Es kommt nicht so sehr auf den materiellen Wert des Geschenkes an, sondern vielmehr auf die Liebe und Herzlichkeit, die das Geschenk vermitteln will: Ich mag dich gerne! Du bedeutest so viel für mich! Ich bin dir unendlich dankbar für alles, was du bist und tust!

Erwin Kräutler
war lange Zeit katholischer Bischof der brasilianischen Diözese Xingu

Das eigentliche Weihnachtsgeschenk

Extrem teure Geschenke demonstrieren Macht und Reichtum und sind auch Ausdruck der Eitelkeit. Der oder die Beschenkte fühlt sich dabei sogar unterdrückt und zu einem teuren Gegengeschenk verpflichtet. Anstatt Freude zu empfinden, wird ein teures Geschenk in der Heiligen Nacht zum Nachtmahr.

Warum aber Geschenke gerade zu Weihnachten? Für Christinnen und Christen hat diese Tradition einen ganz besonders tiefen Sinn. Das Schenken zu Weihnachten symbolisiert das eigentliche Weihnachtsgeschenk: Gott wird Mensch, einer von uns. Das Kind in der Krippe im Stall von Bethlehem ist Ausdruck und Wirklichkeit der Liebe Gottes zu uns Menschen. Der Philosoph Josef Pieper erklärt diese Liebe so: „Liebe ist das Ur-Geschenk. Alles, was uns sonst noch unverdient gegeben werden mag, wird erst durch die Liebe zum Geschenk.“

Musik:

Laurie Monahan und Empire Brass Quintett: „God rest ye merry, gentlemen“, bearbeitet von Rolf Smedvig
Label: Telarc CD 80416