Zwischen den Jahren

Sie sind eine Art Niemandsland, diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, eine Zeit zum Durchatmen, zum Innehalten, zur Rück- und zur Vorschau. Vielleicht sind diese Tage auch eine Art Pufferzone, denn den harten Aufprall von Jahr auf Jahr ertragen wir – allen Silvesterfeiern zum Trotz – gar nicht so gut.

Gedanken für den Tag 27.12.2017 zum Nachhören:

Auch im Neuen Jahr ziehen alle Wege des Lebens am Vergänglichen vorbei, immer wieder an Not, Krieg, Tod, Elend, Hunger und all den entsetzlichen Grausamkeiten, zu denen Menschen fähig sind. Aber da ist das Hoffen jeden neuen Tages: Morgen früh wird es besser sein. Da ist der „All-Tag“, wie Martin Buber sagt, in dem unser Vollenden und unsere Vollendung je und je neu verborgen liegt. Da ist die Zeit, die uns je und je neu geschenkt wird.

Inge Maux,
Schauspielerin, liest die Texte

Michael Ende: Zeit ist Leben

Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit.

Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, dass einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen – je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt.

Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.

Buchhinweis:

Buch, Michael Ende, „Momo“, Verlag Thienemann

Musik:

Symphonieorchester Budapest: „Valse“ aus: L’ ACCOMPAGNATRICE / Original Filmmusik von Alain Jomy
Label: Auvidis Valois / Extraplatte V 4682