Sonntag in der Kirche

Viele tun es nicht – aber für andere gehört es dazu: am Sonntag in die Kirche gehen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Weil es Brauch ist, weil man das Besondere an der Messe schätzt, die Lieder, die Gemeinschaft.

Morgengedanken 21.1.2018 zum Nachhören:

In meiner Kindheit ging ich sonntags freiwillig und gerne zur Kirche, vielleicht auch, um etwas von diesem österreich-barocken Goldglanz in mich aufzunehmen. Später las ich bei Hilde Domin ihre Heiligenbeschreibung:

Richard Pirker
ist römisch-katholischer Pfarrer von St. Peter und St. Modestus in Klagenfurt

An Wunder glauben lernen

Sie schreibt davon, wie müde die Heiligen sind – vom langen Stehen in der Kirche. Aber dass sie der Kinder wegen bleiben, damit die Kinder etwas vom Glanz erleben können – und sei es der goldene Glanz der Heiligenscheine. Dass so eine Tür geschaffen wird – durch die die Wunder erreichbar werden.

Den Sonntag mit Gott in der Kirche zubringen heißt, durch das Wort Gottes und das Evangelium Christi die eigenen Projektionen nicht mit Gottes Gegenwart zu verwechseln, hinter der schweren Tür dem Glanz nachzuspüren, als Kind alte Kultur einzuatmen und ihre Symbole verstehen lernen, mit diesen geschwungenen Figuren mitzutanzen und dabei den digitalen, seelenlosen Bildern einmal Einhalt zu gebieten, heißt an Wunder glauben lernen.