Blick in den Spiegel

Sich selbst in den Spiegel schauen können – das ist nicht nur beim morgendlichen Waschen und Rasieren wichtig. Es bedeutet auch, die eigenen Wertvorstellungen nicht zu verraten.

Morgengedanken 23.1.2018 zum Nachhören:

Menschen mit einem tiefen Glauben lieben die Wahrhaftigkeit. Das war immer so und wird auch immer so bleiben. Die vielen Zwischentöne sind meist für die Diplomatie in Politik und Kirche hilfreich, für die Wahrheit Gottes nicht. Ein Star wie der gefeierte Sören Kierkegaard geht von einer Gesellschaft nach Hause und erkennt dieses Gefeiertwerden als reine Maskerade.

Richard Pirker
ist römisch-katholischer Pfarrer von St. Peter und St. Modestus in Klagenfurt

Morgengebet

Der Jesuit Rupert Mayer, am 23. Januar 1876 in Bayern geboren, war ein solcher von Gottes Gerechtigkeit erfüllter Mensch. Er nahm sich – wie unser Jesuitenpapst Franziskus – kein Blatt vor den Mund, um Ungerechtigkeit öffentlich anzuprangern und starb bei einer Predigt. Es ist die kostbare Kraft, die solche Menschen über sich selbst hinausweisen lässt, weil sie nicht das Geschwätz, den small talk suchen, sondern der Ehrlichkeit dienen wollen. In einem seiner Gebete, das uns so richtig wach werden lässt, heißt es:

Herr, wie Du willst, so will ich geh’n,
Und wie Du willst, soll mir gescheh’n.
Hilf Deinen Willen nur versteh’n.

Gott will, dass wir diesen Morgen erleben, das steht fest. Mit seinem Willen mag er für Sie zum Segen werden.