Kreuze

Sie sind in Wohnungen zu finden und natürlich in Kirchen, aber auch in der Natur oder auf öffentlichen Plätzen: Kreuze. Aber haben die nicht in einer verweltlichten Welt ihre Bedeutung verloren?

Morgengedanken 26.1.2018 zum Nachhören:

Vor einigen Jahren sprach sich ein intellektueller Mann Deutschlands gegen die vielen Kreuze aus, die er ständig anblicken müsse. Navid Kermani löste damit etwas aus, was in unserer Gesellschaft untergründig da ist. Wenn das Grundwasser für den christlichen Glauben fehlt, dann werden Symbole schnell zu nicht mehr verstandenen Zeichen. Ein am Galgen Hängender soll für eine gute Nachricht verantwortlich sein?

Richard Pirker
ist römisch-katholischer Pfarrer von St. Peter und St. Modestus in Klagenfurt

Glaubensbekenntnis

Es war kein Geringerer als der junge Joseph Ratzinger, der mit seiner Vorlesung über das Glaubensbekenntnis für einen übervollen Hörsaal sorgte und dabei erklärte: In diesem Zeichen sehen wir nicht zuerst den menschlichen Hass und seine geheime Lust zu massakrieren, sondern zuerst die Liebe Gottes, die bei unserem Leiden nicht fern von uns bleibt.

Am Freitag erinnere ich mich an diesen Gedanken und wünschte mir, es gäbe wieder Glaubende, die im Kreuzzeichen ein Bekenntnis sehen: „I confess“, ich bekenne mich zur Freiheit unseres Glaubens, im letzten aber zur Liebe Gottes, die selbst in den Folterwerkstätten der Welt, in den ausgebrannten Kinderseelen einen Beistand weiß: Den von Jesus Christus, der das Heil aller Welt will und unsere Kirchen als Lichtbringer dieser Botschaft.