„Das perfekte Ruhekissen?“ Teil 1

Vom guten und vom schlechten Gewissen: „Das Schönste am Seitensprung“, so soll Karl Kraus einmal gesagt haben, „ist der Anlauf.“ Für manche mag aber der letztlich bleibende Eindruck das schlechte Gewissen sein. Danach.

Wen quälen nicht gelegentlich Schuldgefühle? Oft sind es die scheinbar kleinen Dinge des Lebens (eine faule Ausrede, ein vergessener Geburtstag) – oft die angeblich großen (Untreue in der Beziehung, Verfehlungen in der Erziehung der Kinder, Undankbarkeit gegenüber den Eltern).

Logos
Samstag, 17.2.2018, 19.05 Uhr, Ö1

Orientierungspunkt oder Ballast?

Ein gutes Gewissen ist, so ein altes Sprichwort, das beste Ruhekissen. Aber wer macht im Leben keine Fehler, die ihm oder ihr eigentlich leidtun sollten? „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“ Diese Mahnung stammt von einem jüdischen Wanderprediger namens Jesus und ist bereits 2.000 Jahre alt.

Schuldgefühle können in der Psychotherapie bearbeitet werden. Ihre Ursache ist oft simpel: Der Mensch ist schuldig geworden. Doch für die Vergebung ist der Therapeut / die Therapeutin nicht zuständig. Die bieten die christlichen Kirchen im Sakrament der Buße an – in der Beichte (in der einen oder anderen Form).

Doch gerade dem Christentum wird wiederum vorgeworfen, durch rigide Moralvorschriften die Schuldgefühle erst zu erzeugen, um sie dann auch noch zu instrumentalisieren. Und ein „schlechtes Gewissen“ lässt sich auch in jeder Form zwischenmenschlicher Beziehung hervorragend für eigene Zwecke nutzen.

Ist das Gewissen – ob „gut“ oder „schlecht“ – nur Ballast auf dem Lebensweg? Oder kann es ein Orientierungspunkt sein? – wenn es niemand unsachgemäß manipuliert LOGOS geht in zwei Teilen dem Phänomen des menschlichen Gewissens auf den Grund.

Gestaltung: Markus Veinfurter

Logos vom 17.2.2018 zum Nachhören: