„Das perfekte Ruhekissen?“ Teil 2

Gewissen – ein allgemein menschliches Phänomen: Wenn wir schwere Fehler gemacht haben oder entscheidende Handlungen von uns unterlassen wurden, dann spüren wir normalerweise das sogenannte „schlechte“ Gewissen.

Manche Menschen meinen überhaupt, es gehe beim Gewissen vor allem darum, sich nichts zuschulden kommen zu lassen und wenn doch, dann eine „weiße Weste“ zu behalten bzw. wieder zu erlangen. Für sie ist es das Entscheidende im Leben, dass man ein „gutes“ Gewissen im Unterschied zu einem „schlechten“ Gewissen hat. Für letzteres wird dann die Erziehung und speziell eine angebliche „Schuld-Pädagogik“ der christlichen Religion verantwortlich gemacht.

Logos
Samstag, 24.2.2018, 19.05 Uhr, Ö1

Wie entsteht Gewissen?

Dies ist – kurz umrissen - das oft verbreitete Verständnis von Gewissen. Diese verkürzte Sicht auf das Gewissensphänomen prägt die Einstellung vieler Menschen, weshalb sie damit wenig anfangen können. Sie halten das Gewissen dann im Umkehrschluss für eine reine Privatsache.

Geht man der Sache tiefer auf den Grund, stößt man auf die ursprüngliche Bedeutung des Gewissens-Begriffs. Gewissen heißt auf Griechisch „Synteresis“ und lateinisch „Con-scientia“. Beide Wortwurzeln bedeuten übersetzt ein „Mit-Wissen“ bzw. „Zusammmen-Wissen“. Das Gewissen ist zwar existenziell unser höchst persönliches, aber dennoch ist es keine rein private Sache. Denn als Menschen verstehen wir uns mit anderen gemeinsam auf die Dinge unserer Lebenswelt. Jede Beziehung, jeder Vertrag, jede gesellschaftliche Vereinbarung gründet auf der Überzeugung der Gewissenhaftigkeit von Menschen.

Was ist ein personales Gewissen im Unterschied zu seinen pathologischen Formen? Wie entsteht Gewissen? Wodurch wird es gebildet? In der mittelalterlichen Moraltheologie wurde vom Gewissen noch als der Stimme Gottes gesprochen. Ist das noch zeitgemäß? Was zeigt sich im „Gewissensruf“ und kann man dem überhaupt trauen? LOGOS geht in zwei Teilen dem Phänomen des menschlichen Gewissens auf den Grund.

Gestaltung: Johannes Kaup

Logos 24.2.2018 zum Nachhören: