Ferien

Im Osten Österreichs ist heute der erste schulfreie Tag der Semesterferien. Tausende Schülerinnen und Schüler nutzen heute ihre Freizeit von der Bildung. Doch der Begriff „Ferien“ hat in seiner Ursprungssprache Latein eine ganz andere Bedeutung.

Morgengedanken 5.2.2018 zum Nachhören:

Februar ist Ferienzeit. Und Ferienzeit ist Qualitätszeit. Zumindest würden das viele tausende von Schülerinnen und Schülern in diesen Tagen fraglos unterschreiben.

Michael Max
ist Rektor des Bildungszentrums St. Virgil in Salzburg

Zeit zum Träumen

Ursprünglich bedeutet das lateinische Wort „feria“ eigentlich den normalen Werktag. Also jene Abschnitte in den Listen der öffentlichen Kalender, die frei blieben von religiösen Verpflichtungen und Zeremonien. An ihnen konnte man arbeiten und Geschäften nachgehen. Stellen sie sich vor: Die Zeit, die wir in Bildung investieren als die besondere Zeit, die uns größere Zusammenhänge erschließt und das alltägliche Leben von einer höheren Warte aus betrachten lässt. Dann wären die Ferien nur eine Unterbrechung, die es braucht, um den Alltag zu regeln und das Gelernte anwenden zu können.

Die Tempel der Antike sind heute längst verfallen, und Ferienkalender werden heute anders geschrieben. Ferien als Zeit zum Träumen: Was müsste sich alles ändern, um Bildungszeit als die Qualitätszeit unseres Lebens zu sehen?