Abschminken

Nach dem närrischen Treiben der vergangenen Tage und Wochen wird es jetzt wieder stiller: Die Fastenzeit ist da. Ruhig werden ist angesagt - und das tut durchaus gut.

Morgengedanken 14.2.2018 zum Nachhören:

Heute ist Aschermittwoch. Wie klingt das für Sie? Etwa: Schluss mit lustig – heute ist wieder grauer Alltag, so grau wie das Aschenkreuz?

Anton Leichtfried
ist Weihbischof der Diözese St. Pölten

Trainingszeit für Freude

Es ist gut, dass es im Lauf des Jahres noch Unterschiede gibt. Wir sind es ja mittlerweile gewohnt, dass es alles - zu jeder Zeit gibt: Erdbeeren und Kirschen zu jeder Zeit. Die Fastenzeit ist keine traurige Zeit, sondern eine Trainingszeit für mehr Freude: eine Freude, die tiefer geht und länger hält. „Abschminken“: so kann ein Motto für die Fastenzeit lauten. Ich stelle mich der Wirklichkeit, in der Früh im Spiegel und überhaupt.

Und eines ist sehr erfreulich: niemals ist es so leicht, einen Vorsatz zu fassen und zu halten wie in der Fastenzeit: Ah, Fastenzeit, ok, 40 Tage rauchfrei, 40 Tage bleifrei. Das wird jetzt akzeptiert wie sonst nie im Jahr. Der 1. Vorsatz für heute ist leicht zu halten: Einmal tief durchatmen und ein Kreuzzeichen. Schon geschafft! Ich gratuliere!