Kurt Huber und Christoph Probst

Im Dezember 1942 suchten Hans Scholl und Alexander Schmorell den unter den Studenten äußerst beliebten Philosophieprofessor Kurt Huber auf und berichteten ihm von den Massenmorden in Polen und Russland.

Kurt Huber, ein gebürtiger Schweizer, war – aus Liebe zu seiner Lehrtätigkeit – NSDAP-Mitglied, allerdings mit massiven Vorbehalten gegen das Regime. Er trat der Weißen Rose bei, war alleiniger Autor des Sechsten Flugblatts. Kurt Huber wurde am 27. Februar 1943 verhaftet und am 13. Juli 1943 hingerichtet. Im Flugblatt rief er mit patriotischer Emphase zur „Abrechnung der deutschen Jugend mit der verabscheuungswürdigsten Tyrannis“ auf.

Hubert Gaisbauer
ist Publizist

Entwurf für siebentes Flugblatt

Eigentlich sollte ein siebentes Flugblatt folgen. Christoph Probst, ebenfalls Medizinstudent in München und – gerade 23 Jahre alt bereits Vater von drei Kindern – verfasste den Entwurf für ein siebtes Flugblatt. Dieser Entwurf wurde bei der Verhaftung bei Hans Scholl gefunden. Der Text gipfelte in dem Satz „Hitler und sein Regime muss fallen, damit Deutschland weiterlebt.“ Christoph wurde – wie Hans und Sophie Scholl – am 22. Februar verurteilt und hingerichtet.

Christoph liebte, wie seine Freunde, Literatur, Kunst, Musik. Gemeinsam mit seiner Schwester wurde er von Emil Nolde, einem Freund der Familie, porträtiert. Er hatte infolge verworrener Beziehungsgeschichten der Eltern eine unruhige Jugend. Was er suchte, war Geborgenheit. Über Alexander Schmorell fand er Anschluss an die Gruppe der Weißen Rose, nahm aber aus Rücksicht auf Frau und Kinder nicht an gefährlichen Aktionen teil.

Christoph war nicht getauft, entwickelte aber – inspiriert durch die Gruppe – eine hohe religiöse, nahezu mystische Sensibilität. Eine Stunde vor seiner Hinrichtung schrieb er an seine Mutter: „Ich empfange jetzt die Taufe und die heilige Kommunion.“ Sein kurzes Leben deutete er am Ende so: „Wenn ich es recht überblicke, war es ein einziger Weg zu Gott.“

Musik:

Adagio ma non tanto - 2.Satz
Aus: Brandenburgisches Konzert Nr.6 in B-Dur BWV 1051 von Johann Sebastian Bach/1685 - 1750
Concentus Musicus Wien, Leitung: Nikolaus Harnoncourt
Label: Teldec 842840