Kunst gegen Ausbeutung

Themen: Kunst gegen Ausbeutung – Eine Ausstellung in der Wiener Michaelerkirche, Mehr als Dehnen und Strecken – Die spirituelle Komponente von Yoga, Zeitgemäße Lebenskunst – Christoph Quarch über uraltes Wissen für moderne Menschen und ein Bibelessay von Martin Jäggle.

Kunst gegen Ausbeutung – Eine Ausstellung in der Wiener Michaelerkirche

Als Kunstraum mit gesellschaftspolitischer Botschaft zeigen die Salvatorianer derzeit die Michaelerkirche in der Wiener Innenstadt. Während der Fastenzeit präsentieren dort zahlreiche Künstlerinnen und Künstler Werke zum Thema Menschenhandel. Ob in Form eines Fastentuchs oder als Malerei: Das Projekt möchte Bewusstsein schaffen für die Strukturen der Ausbeutung und die Wunden, die sie schlägt.

Es gilt die Aussage Jesu, so Pater Erhard Rauch, Salvatorianer und Pfarrer der Michaelerkirche: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Im Menschenhandel werde Gott selbst verkauft, geschunden und gedemütigt. – Gestaltung: Julia Wötzinger

Mehr als Dehnen und Strecken – Die spirituelle Komponente von Yoga

Es ist eine Eigenart der Fastenzeit: sie scheint auch für viele, die mit christlichen Traditionen sonst wenig anfangen können, durchaus von Interesse zu sein. Im erwachenden Frühling eineinhalb Monate lang den Blickwinkel einmal in eine andere Richtung zu lenken, Unnötiges wegzulassen, zu sich selber zu kommen - das scheint durchaus im Trend zu liegen.

Buchhinweis:

Patricia Thielemann, „Spirit Yoga“, Gütersloher Verlagshaus

Die einen bemühen sich, auf Genuss- und Suchtmittel zu verzichten. Die anderen bemühen sich bewusst um Einkehr und Stille. Weniger Fernsehen, weniger Internet zu Beispiel. Eine Möglichkeit, der alltäglichen Betriebsamkeit entgegen zu wirken, ist auch Yoga.

Unterschiedliche Formen werden da angeboten, das Interesse ist groß. Und möglichweise trägt das dazu bei, dass kirchliche Verantwortliche dem Phänomen Yoga oft argwöhnisch gegenüber stehen.
Das müsste nicht unbedingt sein, findet Patricia Thielemann, die in Deutschland mehrere Yogaschulen gegründet hat. In ihrem Buch „Spirit Yoga“ will sie zeigen, dass östliche und westliche Praktiken durchaus kompatibel sein können. – Gestaltung: Brigitte Krautgartner

Zeitgemäße Lebenskunst – Christoph Quarch über uraltes Wissen für moderne Menschen

Wenn die in so gut wie allen Religionen gebräuchlichen Fastenzeiten dafür gedacht sind, die Menschen zu dem zu führen, was man die Essenz des Lebens nennen könnte, so gebrauchen gerade in der modernen westlichen Gesellschaft viele das Fasten für etwas, das man Selbstoptimierung nennen könnte: sich selbst fitter, gesünder und konzentrierter zu machen, um im Beruf noch produktiver, noch erfolgreicher sein zu können.

Was dabei aus dem Fokus gerät, ist, was einem wirklich - im wahrsten Sinn „von Herzen“ - wichtig ist. Doch was unser Ego will, ist oft nicht das, was unsere Seele braucht, meint der bekannte deutsche evangelische Theologe und Philosoph Christoph Quarch, - so etwas wie ein Fachmann in Sachen zeitgemäßer Lebenskunst, die mehr in Aussicht stellt als die oberflächlichen Glücksversprechungen der gängigen Ratgeber-Literatur. – Gestaltung: Martin Gross

Isaac und die Shoah – Bibelessay zu Gen 22, 1-2.9a.10-13.15-18

Es ist eine der kontroversiellsten Erzählungen der gesamten Bibel: Abraham folgt widerspruchslos der Aufforderung Gottes, ihm seinen Sohn Isaac zu opfern. Die Perikope ist als erste Lesung in den römisch-katholischen Messen am zweiten Fastensonntag zu hören. Der katholische Theologe Martin Jäggle, er ist auch Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, betrachtet diese Stelle sowohl aus christlicher, als auch aus jüdischer Sicht.

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 25.2.2018 zum Nachhören:

Bibelessay zu Gen 22,1-18

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