Gedenken in Dachau

Themen: Ökumenisches Gedenken in Dachau; Diskussion über Staat und Religion; Rückgang der Katholikenzahlen

Namen statt Nummern - Ökumenisches Gedenken in Dachau

„Namen statt Nummern“ war die Idee einer Gedenkfahrt der Katholischen Aktion Oberösterreich in die Gedenkstätte Dachau. In das Konzentrationslager, das bereits seit 1933 existiert, finden gleich nach dem sogenannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich die ersten Deportationen aus Österreich statt. Von den etwa 8000 in und aus Oberösterreich zwischen 1938 und 1945 verfolgten Personen wurden fast 1000 in Dachau inhaftiert – und zwar ausschließlich Männer: Juden, politische Gegner und Geistliche.

Praxis
Mittwoch, 14.3.2018, 16.05 Uhr, Ö1

Die Theologin Erna Putz zeichnete Strukturen innerhalb des Konzentrationslagers nach: die Wege der Brutalisierung der SS-Männer und das Versagen der Justiz. Doch an erster Stelle stehen die Schicksale der Menschen. Ihre Namen wurden im Rahmen der ökumenischen Gedenkfeier verlesen - einige zum ersten Mal - um den Nummern ihr Mensch-Sein zurückzugeben. Julia Wötzinger war auf Einladung der Katholischen Aktion bei der Gedenkveranstaltung in Dachau dabei. - Gestaltung: Julia Wötzinger

Trennung, Kooperation oder Vereinnahmung?

Unter den drei Schlagworten Trennung, Kooperation oder Vereinnahmung wurde vor kurzem bei einer Tagung in Salzburg das Verhältnis zwischen Religion und Staat diskutiert.

Eine stets konfliktgeladene Beziehung, wie dabei zu erfahren war, vor allem wenn der Staat sich als säkular versteht. Aktuell denken viele, wenn vom Spannungsfeld zwischen Politik und Religion die Rede ist, sofort an den Islam. Und der Islam war auch das Hauptthema der Veranstaltung im Bildungshaus Sankt Virgil: Die „Kommission Weltreligionen“ der katholischen Bischofskonferenz und das Zentrum „Theologie interkulturell und Studium der Religionen“ der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg hatten dazu eingeladen. - Gestaltung: Markus Veinfurter

Abschied vom Katholisch-Sein

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Katholikinnen und Katholiken in Österreich um knapp ein Prozent auf 5,11 Millionen Mitglieder. Das ergeben die von den österreichischen römisch-katholischen Diözesen veröffentlichten Statistiken. Maßgebliche Faktoren für den Rückgang der Katholikenzahl sind nicht nur das Verhältnis von Austritten zu Kircheneintritten, sondern vor allem auch von Taufen zu Sterbefällen und von Zuzügen zu Wegzügen. Die Demographin Caroline Berghammer von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist Mit-Autorin einer Studie gemeinsam mit der Universität Wien zum Thema Kirchenaustritte. Verwendet hat sie dafür auch Umfragedaten der Statistik Austria, bei der quantitativen Studie wurden 2800 Personen befragt. Roberto Talotta hat mit Caroline Berghammer gesprochen.

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 14.3.2018 zum Nachhören:

Mehr dazu:

Scheuer in Dachau: KZ-Opfern Namen zurückgeben
(religion.ORF.at/KAP; 14.3.2018)

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