Die Freude von Ostern

Wenn das Wetter einigermaßen passt, dann gehört der heutige Tag der Suche – der Suche nach Ostereiern und Osternestern. Das Osterfest und der Ostersonntag haben aber im Grunde eine tiefere Bedeutung.

Morgengedanken 1.4.2018 zum Nachhören:

Eine Reihe von Scherzbildern macht dieser Tage in digitalen Medien die Runde: Ein Osterhase, der etwas wackelig auf Skiern steht. Ein Osterhase, der einen Schneemann bedrängt, ihm endlich die Karotte zu geben – schließlich sei Ende Februar vereinbart. Ein Osterhase, der aus dem Schnee nur mit seinen Ohren herausragt. Die Botschaft ist klar: Der Winter will heuer nicht weichen. Der Osterhase hat keine Chance. Ostern muss entfallen.

Jakob Bürgler
ist römisch-katholischer Priester und Bischofsvikar der Diözese Innsbruck

Schokoladenseiten von Ostern

Die Wirklichkeit ist anders. Wir feiern Ostern. Ob mit Schnee oder ohne. Ob mit frühlingshaften Temperaturen oder nicht. Ob mit Osterhase oder Schneemann. Vom Wetter hängt Ostern nicht ab. Ostern hat eine viel tiefere Wurzel. Es geht um diesen Jesus von Nazareth. Obwohl er die Güte in Reinkultur gelebt hat, haben sich böse Mächte gegen ihn zusammengerottet. Er ist brutal ermordet worden am Kreuz. Aber: Damit endet die Geschichte nicht. Dieser Jesus von Nazareth bleibt nicht im Tod. Er steht auf. Er lebt. Mit ihm beginnt etwas ganz neues. Gott hat in den Tod eine Bresche geschlagen.

Die Freude des Ostersonntags liegt nicht in Sonnenstrahlen, nicht im Osternest, nicht in der köstlichen Schokolade eines Hasen. Obwohl das alles wunderbar ist und nicht zu verachten. Die Freude von Ostern liegt im Leben, das aufbricht.