„Nachhaltig“ Ostern feiern

Die Kinder haben zwar noch einen Ferientag – aber Ostern ist an sich vorbei. Aber das Fest könnte ja in den Alltag hinein nachwirken...

Morgengedanken 3.4.2018 zum Nachhören:

Ostern ist vorbei. Alltag ist wieder eingekehrt. Das Arbeitsleben hat uns im Griff. Es gilt, Verpflichtungen zu erfüllen, Geld zu verdienen, das Leben zu meistern. Die Feiertage sind vorbei. Hat mit dem Hereinbrechen des Alltags Ostern seine Bedeutung verloren? Oder kann Ostern auch „nachhaltig“ sein, etwas im Leben verändern? Ich möchte in den kommenden Tagen versuchen, einige Ostererfahrungen zu beschreiben und darüber nachdenken, wie Ostern im Alltag wirksam wird.

Jakob Bürgler
ist römisch-katholischer Priester und Bischofsvikar der Diözese Innsbruck

Hoffnung auf Ostern

Erst vor kurzem habe ich zwei Wochen in Nairobi in Kenia verbracht. Gelebt habe ich in einem Slum. Umgeben von teils schrecklichen Bedingungen. Die Bilder der Blechhütten und notdürftigen Behausungen, die bittere Armut und die blanke Not werde ich nie mehr vergessen. An einem der Sonntage bin ich zu Fuß durch den Slum gegangen. Mein Ziel war der Gottesdienst, den ich gefeiert habe. Und da habe ich gestaunt: Aus unzähligen Behausungen waren frohe Gesänge zu hören, Loblieder auf Jesus Christus, ein lautstarkes Zeugnis des Glaubens. Erstaunlich, in diesem Elend.

Ich habe zu denken begonnen: Was haben wir in unserer so gesättigten Gesellschaft verloren? Bei uns scheint ja der öffentliche Lobpreis Gottes zu verstummen. Brauchen wir die Hoffnung auf Ostern nicht mehr?