Simon Petrus

Haben Sie gute Freunde? Freunde, denen Sie bedingungslos vertrauen können? Oder sind Sie schon einmal tief enttäuscht worden? Im Leben des Jesus von Nazareth hat es ganz unterschiedliche Weggefährten und Vertraute gegeben, auch solche, die nicht immer durch Loyalität geglänzt haben.

Morgengedanken 16.4.2018 zum Nachhören:

Wer von Freundinnen und Freunden Jesu spricht, kommt dabei nicht an Simon Petrus vorbei. Gerade jetzt, in der Osterzeit, lesen wir im Neuen Testament von seinen Begegnungen mit dem Auferstandenen. Dabei fragt ihn Jesus dreimal sehr eindringlich, ob er – Petrus – ihn auch lieb habe. Beim dritten Mal steht da im Evangelium wortwörtlich: „Bist du mein Freund?“

Hans-Peter Premur

ist römisch-katholischer Pfarrer in Krumpendorf am Wörthersee und Hochschulseelsorger in Klagenfurt

Freundschaften halten viel aus

Der Text berichtet uns, dass es Petrus genau in diesem Moment die Rede verschlägt. Nach einigem Zögern sagt er dann doch: „Ja, ich bin dir Freund.“ Wahrscheinlich denkt er daran, dass er in guten Zeiten zu den besten Freunden Jesu gehört hat, überallhin hat er ihn mitgenommen und ihn vor den anderen sogar ausgezeichnet. Trotzdem aber hat er in schwierigen Zeiten als Freund mehrmals versagt und war zu feige, sich zu dieser Freundschaft zu bekennen. Trotzdem kündigt ihm Jesus nicht diese, seine Freundschaft, auf. Ja sogar gerade wegen seines Versagens baut er auf ihn, weil er dann wirklich nicht auf seine eigene Leistung stolz sein kann.

Wie ist das mit unserem Freund-Sein zu den anderen? Wir alle sind Menschen, die immer wieder scheitern und versagen. Können unsere Freunde dennoch auf uns zählen? Freundschaften können viel aushalten, wenn wir dabei unsere Fehler eingestehen und sie zugeben, kommt eben dadurch vielleicht eine neue Kraft in die Beziehung.