Selig die Barmherzigen

Um gelingendes Leben oder - in der kirchlichen Sprache formuliert - Heiligkeit im Alltag geht es im jüngsten Dokument des Papstes. Er bezieht sich in seinem Schreiben auf die sogenannten biblischen Seligpreisungen.

Morgengedanken 2.5.2018 zum Nachhören:

Am frühen Morgen möchte ich heute wieder einen Spruch aus den Seligpreisungen des Lukasevangeliums in den Blick nehmen: Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.

Angelika Pressler
ist Leiterin der Personalentwicklung der Caritas Salzburg

Ins Leben hineingeliebt

Barmherzigkeit – ein schönes, aber doch auch ein bisschen aus der Mode gekommenes Wort. Barmherzigkeit meint, ein großes Herz haben, großherzig zu sein. Es meint, eine innere Haltung zu haben, die es ermöglicht – so der Hl. Augustinus – vom Elend anderer betroffen zu sein. Barmherzigkeit heißt im Lateinischen „misericordia“. Cor – das Herz, und miser – das Elend.

Barmherzigkeit heißt auf Altgriechisch „eleos“, Kirchenchorsängerinnen kennen das vom Kyrie Eleison. Und im Hebräischen – der Sprache des Alten Testamentes – heißt Barmherzigkeit auch „rachamim“. Das kommt von „rechem“ und heißt wörtlich: Gebärmutter. Und die Wortwurzel von „rechem“ ist „cham“ und bedeutet „Wärme“.

Was heißt das für „Selig die Barmherzigen“ – und dass uns das Handeln danach heilig macht? Ich denke, wenn wir Geborgenheit und Wärme denen geben können, die im Elend sind, dann schaffen wir Orte, an denen Menschen heranwachsen können, wie in einer Gebärmutter. Dass sie damit ins Leben hineingeliebt werden. Ein aufrührender, heilig machender Gedanke, wie ich finde.