Rein im Herzen

Ein Schreiben von Papst Franziskus zur Heiligkeit im Alltag ist diese Woche das Hauptthema der Morgengedanken von Angelika Pressler.

Morgengedanken 3.5.2018 zum Nachhören:

Und wieder möchte ich Sie in die Welt der Seligpreisungen entführen, die für uns – so Papst Franziskus in seinem Schreiben „gaudete et exsultate“ – Orientierungspunkte für die eigene Heiligkeit sein können: Selig, die rein im Herzen sind, denn sie werden Gott schauen.

Angelika Pressler
ist Leiterin der Personalentwicklung der Caritas Salzburg

Beziehungs-Thermometer

Reine Herzen – was soll das denn sein? Sind das die Naiven, Blauäugigen, die als „Gutmenschen“ verunglimpft werden? Was ist ein reines Herz? Was heißt es, darauf zu bauen, es zu pflegen? In der Bibel ist das Herz des Menschen ein häufiges und sprechendes Symbol. Denn wenn vom Herzen die Rede ist, dann geht es immer um das Eigentliche des Menschseins, um seine Beziehung zu sich selber, zu anderen und zu Gott. Ein reines Herz zu haben, heißt, alles, was mir am Herzen liegt, ist wesentlich für mich. Ich kann aus meinem Herzen eine Mördergrube machen oder ein wärmende Bleibe für die Not des anderen. Ich kann ein Herz aus Stein haben, oder ein Herz aus Fleisch, wie es der Prophet Ezechiel verheißt.

Das Herz ist immer auch ein Beziehungs-Thermometer: Ein warmes oder kaltes Herz, ein feuriges und ein brennendes Herz. Und ich kann weitherzig und engherzig sein. Das Herz, ein reines Herz – ein wahres Logo der Heiligkeit des Christenmenschen.