Bleiburg: Die Rechten und die Kirche

Themen: Rechtsextreme bei katholischem Treffen in Kärnten; Interreligiöser Dialog im Radiokulturhaus; Marx, Lenin und die Religion

Bleiburg in Südkärnten: Rechtsextremenauflauf unter dem Deckmäntelchen der katholischen Kirche Kroatiens

Es ist die derzeit wohl umstrittenste „kirchliche Veranstaltung“ in Österreich: das jährliche Treffen von Tausenden Kroatinnen und Kroaten am Loibacher Feld bei Bleiburg im Süden von Kärnten – heuer soll es am 12. Mai stattfinden. Offiziell will man der Ereignisse um das Ende des Zweiten Weltkrieges herum gedenken.

Praxis
Mittwoch, 2.5.2018, 16.05 Uhr, Ö1

Doch mittlerweile hat sich das Treffen am Loibacher Feld zu einem Magneten für Rechtsextreme und Faschisten entwickelt. Veranstaltet wird es von der kroatischen Bischofskonferenz – mit Erlaubnis der römisch-katholischen Diözese Gurk. Diese hat sich heuer erstmals deutlich von dem Treffen in seiner aktuellen Form distanziert, ihm strenge Regeln verpasst und den Veranstaltern ein Ultimatum gesetzt: Sollte es heuer am Loibacher Feld wieder zu rechtsextremen und faschistischen Vorfällen kommen, will man 2019 kein Ok mehr dazu geben. Tanja Malle über missbrauchtes Gedenken in Kärnten und die – nur auf den ersten Blick verwunderliche – Allianz zwischen rechtsextremen Gruppierungen und der katholischen Kirche Kroatiens. - Gestaltung: Tanja Malle

Frieden, Tradition und Risiko - ein Abend im Zeichen des interreligiösen Dialogs

Religiös motivierte Auseinandersetzungen prägen die Welt, dominieren die Nachrichten. Wer miteinander redet, hat zumindest schon einmal einen ersten Schritt in Richtung Frieden getan - das gilt auch für Religionsgemeinschaften. Der interreligiöse Dialog ist ein Weg, um Frieden zu schaffen – und er verbindet alle Glaubensrichtungen. Wenn Gewalt im Namen der Religion ausgeübt wird, sind alle Seiten aufgerufen, in den Dialog zu treten: Religionen - und Politik.

Doch wie gelingt es, alle Seiten an den Tisch zu bringen? Welche Leitlinien, Visionen und Schwierigkeiten gibt es im interreligiösen Dialog? Diesen Fragen widmete sich vergangene Woche im ORF-RadioKulturhaus eine Veranstaltung des König-Abdullah-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog, KAICIID. Wie der Dialog stattfinden kann und wo er gehemmt wird, ist an diesem Abend auch anhand der Konfliktregionen Myanmar, Nigeria oder der Zentralafrikanischen Republik diskutiert worden. - Gestaltung: Julia Wötzinger

Opium oder Fusel? - Marx, Lenin und die Religion

Am 5. Mai jährt sich der Geburtstag von Karl Marx zum 200. Mal: Wie auch immer man ihn bezeichnen möchte oder was auch immer man von ihm hält - dass sein Denken tiefe Spuren in der Weltgeschichte hinterlassen hat, lässt sich nicht leugnen. Vor 200 Jahren - am 5. Mai 1818 - in der alten Bischofsstadt Trier (im heutigen deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz) geboren - gilt der Philosoph, Ökonom, politische Journalist und Aktivist Karl Marx bis heute als der geistige Vater einer besonders militant grausam anti-religiösen Ideologie, die in verschiedenen Teilen der Welt in durchaus unterschiedlicher Form ihre Wirkung entfaltet hat. Religion sei Opium „FÜR das Volk“ - zählt (in dieser Formulierung!) zu seinen bekanntesten Zitaten.

Was davon in den Schriften von Karl Marx tatsächlich zu finden ist - und welche Rolle später Lenin und seine Erfahrungen in Russland gespielt haben - und welche Auswirkungen das auch auf die römisch-katholische Kirche hatte,diesen Fragen ist Markus Veinfurter nachgegangen. - Gestaltung: Markus Veinfurter

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 2.5.2018 zum Nachhören:

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