Sich beschenken lassen

Mission hat zutiefst etwas mit Freude zu tun: miteinander die Freude des Glaubens teilen.

Morgengedanken 14.5.2018 zum Nachhören:

Es war im Jahr 2008: Meine erste Reise auf die Philippinen, ein Staat mit 7000 Inseln. Und es sollte nicht die letzte Reise sein.

Werner Ludescher
ist römisch-katholischer Pfarrer in Lauterach, Bezirk Bregenz und Diözesandirektor von missio Vorarlberg

Ein Lächeln im Gesicht

Als ich Pfarrer in einer kleinen Berggemeinde im Großen Walsertal war, hatte ich in den Sommermonaten öfters Besuch von einem philippinischen Theologiestudenten, der in Rom studierte. So entstand eine Freundschaft. Nach seiner Priesterweihe lud er mich ein, ihn in seiner Heimat auf der Insel Leyte zu besuchen. Ich war sehr beeindruckt von der Kirche dort: materiell arm, aber reich an Freude, sehr lebendig, sehr gläubig, sehr gastfreundlich. In den meisten Pfarreien gibt’s am Sonntag acht Gottesdienste: Jede Messe ist voll. Kinder, Jugendliche, Familien. Alle sind da.

Und wenn Menschen trotz ihrer Armut und ihrer oft schwierigen Situation immer ein Lächeln im Gesicht tragen, dann geht das unter die Haut. Das ist es, was die Armen uns geben können: eine Fröhlichkeit, die ansteckend ist und doch auch beschämt.