Wider alle Hoffnung hoffen

Vielleicht erinnern Sie sich noch an das Jahr 2013, als die Medien voll waren mit Berichten über den verheerenden Taifun „Jolanda“, der auf den Philippinen gewütet hat. Werner Ludescher war damals am Ort des Geschehens und hat die Situation nach der Katastrophe hautnah miterlebt.

Morgengedanken 16.5.2018 zum Nachhören:

Was dieses Wort bedeutet, habe ich selbst mit meinen eigenen Augen gesehen: Im November 2013 wütete auf der Insel Leyte auf den Philippinen der Taifun Jolanda, der 10.000 Todesopfer forderte und eine Zerstörung hinterließ, die man nicht mit Worten beschreiben kann.

Werner Ludescher
ist römisch-katholischer Pfarrer in Lauterach, Bezirk Bregenz und Diözesandirektor von missio Vorarlberg

Inmitten der Zerstörung

Die Verwüstung war derart groß, dass die Leute ihre Straßen und Häuser nicht mehr wiedererkannten, als sie aus den Evakuierungszentren zurückkamen. Alles war vernichtet. Häuser, Schulen, die Spitäler, die Kirchen. Ich wollte meinen Freunden ein wenig beistehen und flog 14 Tage nach der Katastrophe nach Manila und dann weiter in das total zerstörte Tacloban. Ich hatte vermutet, gebrochene Menschen zu erleben. Aber dem war nicht so: Meine philippinischen Freunde sagten mir immer wieder: Jolanda war stark, aber unser Glaube ist stärker.

In der total zerstörten Kathedrale von Palo wurden vom dortigen Bischof John Du sieben junge Männer zu Priestern geweiht. Inmitten der Zerstörung wurde ein Fest der Hoffnung und des Glaubens gefeiert.