Rückkehr der Gewalt

Themen: Anschläge auf Christen in Indonesien; Diskussion über Schule und Islam; Umstrittenes Gedenken in Bleiburg; Verhandlungen zwischen China und Vatikan

Terror in Indonesien

Auf der indonesischen Hauptinsel Java ist es in den vergangenen Tagen in der Stadt Surabaya zu mehreren Anschlägen auf christliche Kirchen gekommen. Die Selbstmordanschläge sind seit Jahren die schwersten, die in Indonesien auf christliche Einrichtungen verübt wurden. Mindestens 18 Menschen wurden getötet, etwa 40 verletzt. Die Terror-Organisation IS hat die Anschläge auf christliche Kirchen für sich reklamiert.

Praxis
Mittwoch, 16.5.2018, 16.05 Uhr, Ö1

In der Hauptstadt Jakarta gab es vorige Woche einen blutigen Gefängnisaufstand, bei dem Häftlinge angeblich versuchten, inhaftierte IS-Mitglieder freizupressen. Was hat dieser neue Ausbruch von Gewalt zu bedeuten, nachdem es schien, dass der islamistische Extremismus in Indonesien zurückgedrängt werden konnte? - Gestaltung: Lise Abid

Kopftuch, Bio-Buch und Parallelwelt - Herausforderung Islam und Schule

Der Prozentsatz von Musliminnen und Muslimen in Österreich hat sich seit der letzten Volkszählung 2001 von vier auf acht Prozent, konkret rund 700.000 Menschen, verdoppelt. Das hat auch im schulischen Bereich langfristig Konsequenzen: In diesem Jahr besuchen mehr muslimische als katholische Schülerinnen und Schüler eine Pflichtschule in Wien, die einst dominierenden katholischen Kinder sind zur Minderheit geworden. In Zahlen sind das konkret knapp 32.000 muslimische Schülerinnen und Schüler im Vergleich zu knapp 30.000 katholischen.

„Schule und Islam. Herausforderungen der Integration“ war auch der Titel einer Veranstaltung vergangene Woche im Wiener Museumsquartier. Auf Einladung des „Österreichischen Integrationsfonds“ diskutierten Mouhanad Khorchide, Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster, die Filmemacherin und Journalistin Düzen Tekkal sowie Susanne Wiesinger, Lehrerin einer Neuen Mittelschule in Wien-Favoriten und die Integrationsbotschafterin Yeliz Kondul. - Gestaltung: Maria Harmer

Umstrittenes Gedenken in Bleiburg

Sieben Festnahmen und zwei Anzeigen wegen des Verdachts der nationalsozialistischen Wiederbetätigung - das ist heuer die polizeiliche Bilanz jenes umstrittenen Treffens, das jedes Jahr Anfang Mai am Loibacher Feld bei Bleiburg stattfindet. Diesmal, am vergangenen Wochenende, haben sich rund 10.000 Kroatinnen und Kroaten versammelt. Offiziell will die römisch-katholische Kirche von Kroatien an diesem Ort kroatischer Ustascha-Soldaten und Zivilisten gedenken, die dort nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an die Tito-Partisanen übergeben worden sind und in der Folge auf dem Gebiet des heutigen Slowenien ermordet wurden. Ein Gedenken in Form eines Gottesdienstes. Doch das Treffen hat in den vergangenen Jahren zunehmend rechtsextrem, faschistisch und neonazistisch eingestellte Personen angezogen - deshalb hat die römisch-katholische Diözese Gurk-Klagenfurt erstmals zahlreiche neue Vorschriften verabschiedet, die das verhindern sollten. Tanja Malle war vergangenes Wochenende am Loibacher Feld dabei. - Gestaltung: Tanja Malle

China und Vatikan - der lange Weg der Verhandlungen

Kommt es zu einem Abkommen zwischen dem Vatikan und der Volksrepublik China? Nicht “unmittelbar“, wie es vor kurzem in Rom hieß, aber es ist auch nicht ausgeschlossen. Denn gearbeitet wird seit Jahren daran. Kernpunkt dieser Verhandlung ist vor allem die Ernennung von Bischöfen. Wer soll sie bestimmen, Rom oder Peking? Kolportiert wurde eine wechselseitige Anerkennung. Sprich: Der Vatikan würde Bischöfe der sogenannten „Patriotischen Kirche“ von China anerkennen, im Gegenzug müssten vom Vatikan ernannte zurücktreten. Doch wie sieht die Lage der Katholikinnen und Katholiken in China überhaupt aus? Mathilde Schwabeneder hat in Rom mit dem Journalisten, Priester und Chinaexperten Bernardo Cervellera gesprochen. Der Missionar des Päpstlichen Institutes für die auswärtigen Missionen, kurz PIME, ist seit kurzem auch Chefredakteur von Asianews. - Gestaltung: Mathilde Schwabeneder

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 16.5.2018 zum Nachhören: