Flüchtlinge wenig religiös

Themen: Studie über Humankapital von Flüchtlingen; 50 Jahre Prager Frühling; Kindersoldaten in Kolumbien

Umfrage-Ergebnis: Flüchtlinge sind ähnlich religiös wie Österreicher

"Neu Ankommende sind oft weniger religiös als andere muslimische Communities, die schon länger in Österreich sind“. So das Resümee der Autorin einer Befragung von 500 Menschen, die im Zuge der Flüchtlingsbewegung vor allem im Herbst 2015 nach Österreich gekommen sind. Diese seien im Durchschnitt - wenn man die Intensität des Glaubens betrachtet - ähnlich religiös wie Österreicherinnen und Österreicher.

Praxis
Mittwoch, 6.6.2018, 16.05 Uhr, Ö1

Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Wiener „Wittgenstein Center for Demography and Global Human Capital“ hervor. Dessen Forscher und Forscherinnen haben im Herbst 2015 nach dem sogenannten Humankapital von 500 geflüchteten Frauen und Männern gefragt: also nach der Ausbildung, nach Werten und Ansichten. Eine Erkenntnis daraus: Religion spielt hier keine große Rolle. - Gestaltung: Julia Wötzinger

50 Jahre Prager Frühling - Was ist geblieben?

Im Sommer 1968 strebte die Tschechoslowakei, eigentlich ein sozialistisches Vorzeigeland, nach Reformen. Ein „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ war die Vision. Eine Stimmung, die auch im kirchlichen Bereich spürbar wurde. Im April wurden die Reformpläne veröffentlicht, doch schon im August marschierten Truppen des Warschauer Paktes in der CSSR ein. Einer der führenden Köpfe der Oppositionsbewegung und später Unterzeichner der Charta 77 war damals der römisch-katholische Weihbischof Vaclav Maly. Im Interview erinnert er sich an den Prager Frühling und seine Folgen. - Gestaltung: Brigitte Krautgartner

Friede, aber keine Freiheit - Kindersoldaten in Kolumbien

In den 1960er-Jahren liegen auch die Anfänge des blutigen Bürgerkrieges in Kolumbien. Damals hatten bäuerliche Guerillagruppen mit marxistischen und befreiungstheologischen Idealen begonnen, sich gegen die extrem ungleiche Verteilung von Landbesitz, Landraub sowie die Übergriffe der kolumbianischen Armee und paramilitärischer Kommandos im Dienste von Großgrundbesitzern zur Wehr zu setzen. Es folgten mehr als 50 Jahre Bürgerkrieg. Als Soldaten und -soldatinnen wurden auch Kinder immer wieder missbraucht.

Nun herrscht zwar Frieden, aber für viele dieser Kinder noch immer keine Freiheit, die Mehrheit leidet an posttraumatischen Störungen. Ihre Reintegration stellt für das südamerikanische Land eine große Herausforderung dar. Der Claretinerpater Gabriel Antonio Mejía Montoya hat vor 15 Jahren ein eigenes Programm für diese Kinder und Jugendlichen initiiert. Ziel ist es, die Kindersoldaten und -soldatinnen wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Unterstützt wird er dabei auch von der Katholischen Männerbewegung Österreich und ihrer entwicklungspolitischen Aktion „Sei so frei“. - Gestaltung: Maria Harmer

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 6.6.2018 zum Nachhören:

Mehr dazu:

Studie: Flüchtlinge ähnlich religiös wie Österreicher
(religion.ORF.at/APA; 23.5.2018)

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