„Gedanken für den Tag“

Samstag, 29.4.2017, Hubert Gaisbauer

Ruhe am siebenten Tag

Als ich ein Kind war, hatte der Sonntag immer schon am Samstagabend begonnen. Wir Buben mussten alle Schuhe putzen und dann im hölzernen Wäscheschaff baden. Der Boden der Stube wurde aufgewaschen, alles duftete nach Seife. Die Mutter hat das Sonntagsgewand über den Sessel gehängt, den dunkelblauen Anzug, den habe ich nur am Sonntag anziehen dürfen, wenn wir in die Kirche gegangen sind. 

Freitag, 28.4.2017, Hubert Gaisbauer

Dorothee Sölle

Für den Reformator Johannes Calvin bedeutete Arbeit eine Art Gottesdienst. „Wenn wir unserem Beruf gehorchen", schreibt er, „so wird kein Werk so unansehnlich und gering sein, dass es nicht vor Gott leuchtet und für sehr köstlich gehalten würde." Der anständig arbeitende Mensch folgt also christlichem Gehorsamsprinzip. 

Donnerstag, 27.4.2017, Hubert Gaisbauer

Hommage an Hans Innerlohinger

Vor vielen Jahren, als die Gedanken für den Tag noch Morgenbetrachtung hießen, sprach an dieser Stelle öfter ein Mann, an dessen Stimme man die schwieligen Hände der Arbeiter zu erkennen glaubte, für die dieser Mann als Priester da sein wollte. Es war der legendäre VÖEST-Kaplan Hans Innerlohinger aus Linz. 

Mittwoch, 26.4.2017, Hubert Gaisbauer

Arbeit bei Franz von Assisi und den Brüdern

Ich habe mich in letzter Zeit oft und sehr gerne mit Franziskus beschäftigt. Dem älteren, dem von Assisi. 

Dienstag, 25.4.2017, Hubert Gaisbauer

Vom Sinn der Arbeit

„Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe“, schrieb der oft zitierte libanesisch-maronitische Schriftsteller und Maler Khalil Gibran. So schön dieser Satz auch sein mag – und wünschenswert, dass er stimmt – die Wirklichkeit der Arbeitswelt gehorcht nicht immer dem Anspruch einer orientalischen Weisheit. 

Montag, 24.4.2017, Hubert Gaisbauer

Lieben und arbeiten

Beten und arbeiten – das ist ein geläufiges Motto. Aber lieben und arbeiten? 

Samstag, 22.4.2017, Elena Holzhausen

Das Umstoßen der Leiter

„Über das man nicht sprechen kann, muss man schweigen“, schreibt Ludwig Wittgenstein am Ende seines Tractatus Logicus. Und das, nachdem er sehr ausführlich genau darüber gesprochen hat. Was steckt dahinter? 

Freitag, 21.4.2017, Elena Holzhausen

Kunst und Verkündigung

Kunst muss Verkündigung sein. Mit diesem Satz kann ich mit Leichtigkeit Künstlerinnen, noch mehr Kunstwissenschaftler, und auch Theologinnen und im Glauben engagierte Laiinnen und Laien verärgern. 

Donnerstag, 20.4.2017, Elena Holzhausen

Religion Kunst Macht

Besuche ich fremde Orte, stelle ich immer wieder fest: Kunst und Religion sind ganz eng miteinander verwoben, und das nicht nur als abstrakte Begriffe. Überall erfahre ich etwas über uns Menschen, über Gottesbeziehung, über Glauben und über Zweifel. Über Gewissheit und über die Suche nach Absicherung. 

Mittwoch, 19.4.2017, Elena Holzhausen

Konfrontation im Dialog

Religion und Kunst - zwei Begriffe, die wesentliche Facetten des Seins betreffen. Im Namen der Religionen wurden schon immer und werden noch heute Kunstwerke in Auftrag gegeben, Kunstwerke zerstört, Kunstwerke aufgestellt und gleichzeitig deren Aufrichtigkeit oder Wahrhaftigkeit in Frage gestellt. 

Dienstag, 18.4.2017, Elena Holzhausen

Die Vermessung des Weiten Landes

Religion und Kunst sind Begriffe, die zwei Phänomene des menschlichen Seins umschreiben. Ich glaube, ich hoffe, aber genauso zweifle ich und hinterfrage ich. Diese Auseinandersetzung mit meinem Inneren setzt genau dort an, wo ich mit dem Verstand alleine nicht hinkomme. Ich betrete die Sphäre des Glaubens. 

Samstag, 15.4.2017, Thomas Hennefeld

Immer von neuem

Rose Ausländer war Jüdin aus der Bukowina, wurde zuerst vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und nach der Besatzung durch deutsche Truppen von den Nazis verfolgt und ins Ghetto gesperrt. Mit viel Glück überlebte sie den Terror und das Grauen. 

Freitag, 14.4.2017, Thomas Hennefeld

Ecce Homo

Beim Betrachten und Nachempfinden des letzten Weges Jesu wird leicht vergessen, dass Jesus selbst sein Tun und Reden eine Provokation für religiöse und weltliche Eliten gewesen sein musste. 

Donnerstag, 13.4.2017, Thomas Hennefeld

Menschenopfer

„Seit er meinen Bruder kreuzigen ließ, um sich mit mir zu versöhnen, weiß ich, was ich von meinem Vater zu halten habe.“ 

Mittwoch, 12.4.2017, Thomas Hennefeld

Der da oben

Es muss doch alles seine Ordnung haben. Wie in diesem Gedicht von Lothar Zenetti beschrieben. Wo kämen wir da hin, wenn jeder so tut, wie er meint. 

Dienstag, 11.4.2017, Thomas Hennefeld

Keine Angst vor den Herren der Welt

„Jedesmal, so erinnern sich die Jungen und die Alten, wenn wir zusammen das Passah-Mahl feierten, dann spürten wir, dass wir zusammengehören, dann hatten wir keine Angst vor den Herren dieser Welt...“ - So hat es der deutsche evangelische Theologe und Schriftsteller Uwe Seidel formuliert. 

Montag, 10.4.2017, Thomas Hennefeld

Provokationen in der Passionszeit

In dieser Woche denken Christinnen und Christen an die letzten Tage im Leben Jesu, an Kreuz und Auferstehung. Es scheint so, als müssten die Dinge ihren Lauf nehmen, als wäre das alles ganz normal. Wie kann ich diese seltsam anmutende Geschichte neu hören und verstehen, wie kann mich beunruhigen oder gar aufwühlen, was schon über Jahrhunderte überliefert ist? 

Samstag, 8.4.2017, Anna Mitgutsch

Vergangenheit

Zukunft kann man gestalten, Gegenwart kann man verändern. Doch was ist mit der Vergangenheit? Unsere individuelle Vergangenheit gehört, von den aktenkundigen Fakten abgesehen, unserem Gedächtnis. 

Freitag, 7.4.2017, Anna Mitgutsch

Erinnerungskultur

Wer mit der Vergangenheit nicht vertraut ist, kann keine Diagnose der Gegenwart und keine Prognose der Zukunft stellen. Wir haben zwar eine beachtliche museale Erinnerungskultur des Aufbewahrens und Konservierens, aber mit der Erinnerungskultur als Lebendighalten der Vergangenheit hatte unsere Gesellschaft immer schon Schwierigkeiten. 

Donnerstag, 6.4.2017, Anna Mitgutsch

Zeit als Ware

Zeit ist zu einem kostbaren Gut geworden. Und weil sie so kostbar ist, wird sie zur Ware. Wir schenken Zeit, sagen wir und fühlen uns besonders edelmütig.