Hiroshima-Gedenktag

EPA/Kimimasa Mayama
Beten für eine atomfreie Welt
Weltweit wurde am sechsten August der Gedenktag an den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima im Jahr 1945 begangen. In Wien organisierte die „Wiener Friedensbewegung“ ab 18.00 Uhr eine Gedenkveranstaltung am Stephansplatz mit zahlreichen prominenten Stellungnahmen.
Friedliche Nutzung der Kernenergie auch problematisch
Der erste Einsatz der Atomwaffen forderte insgesamt etwa 150.000 Menschenleben. Kardinal Christoph Schönborn spannte in seiner Grußbotschaft den Bogen bis in die Gegenwart: „Die Katastrophen von Tschernobyl am 26. April 1986 und Fukushima am 11. März 2011 haben dazu beigetragen und uns gezeigt, dass auch die friedliche Nutzung der Kernenergie letztlich nicht beherrschbar ist. Ganz im Gegenteil: Der atomare Schrecken hat heute 2012 nichts von seiner verheerenden Wirkung verloren und bleibt für uns eine traurige Realität.“
Der Präsident der österreichischen buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab erinnerte an die Verantwortung jedes Einzelnen."Wir müssen auch erkennen, dass die Probleme, welche scheinbar nur die anderen betreffen, auch unsere Probleme sind. Österreich ist frei von Atomkraft, aber wir Österreicher und Österreicherinnen sind nicht frei von Verantwortung für den Rest der Welt und damit nicht frei von Verantwortung für den noch immer bestehenden Wahnsinn von Atomwaffen."
Keine Sicherheit durch Atomwaffen
Michael Bünker, Bischof der evangelischen Kirche A.B., gibt zu bedenken: „Mit Atomwaffen wird der kleinste Fehler und Irrtum zur irreversiblen Katastrophe. Wer meint, mit Atomwaffen ‚Sicherheit‘ garantieren zu können, ist im Irrtum.“ Bundespräsident Heinz Fischer bedankte sich in seiner Stellungnahme vor allem bei den Organisatorinnen und Organisatoren für ihren Einsatz für Frieden und gegen Nuklearwaffen.
Mit Friedensliedern von Ernst Toman, Sketches von Jugendlichen und Stellungnahmen wurde gestern in Wien für eine Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg demonstriert. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Laternenmarsch vom Stephansplatz zum Teich vor der Karlskirche. „Dem Frieden tut es gut, ein für viele sichtbares Zeichen zu setzen, wie der Friedensmarsch es ist“, so Dompfarrer Toni Faber.
(Red.)
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Publiziert am 06.08.2012