Antworten auf Vorurteile

Mit dem Buch „Gegen Vorurteile“ soll mit gängigen Vorurteilen aufgeräumt werden. Das Buch bietet sachliches, fundiertes Rüstzeug, um auf unqualifizierte Äußerungen reagieren zu können.

Wenn jemand Flüchtlingen mit Abneigung begegnet, dann ist das vielfach nicht auf persönliche schlechte Erfahrungen zurück zu führen, sondern auf Vorurteile. „Gegen Vorurteile“ heißt ein Buch, das jüngst im Czernin-Verlag erschienen ist. Es sind die ganz normalen Stammtisch-Argumente, die die Autoren - die Journalistin Nina Horaczek und der Jurist Sebastian Wiese darin aufgreifen - und auf ihre Richtigkeit hin überprüfen.

Von Nazis, Islam und Sozialschmarotzern

Es geht zum Beispiel darum, dem Stereotyp vom per se kriegerischen Islam etwas entgegenzuhalten. Es gebe nicht EINEN Islam, es gebe „bloß das, was seine Gläubigen daraus machen“. Und das gelte auch für jede Religion - im Guten, wie im Schlechten, so das Buch. Der Umgang mit Flüchtlingen ist ein Thema, ebenso die Frage, ob Österreichs Sozialsystem tatsächlich von Ausländerinnen und Ausländern ausgenützt wird. Dazu heißt es in dem Buch:

Buchcover "Gegen Vorurteile"

Czernin Verlag

Nina Horaczek und Sebastian Wiese, „Gegen Vorurteile“, ISBN: 978-3-7076-0493-1

„Für Österreich hat der Wissenschaftler Friedrich Schneider das Phänomen Sozialbetrug eingehend untersucht. Er kommt zu überraschenden Ergebnissen: In Österreich betrug das durchschnittliche Ausmaß des Sozialbetrugs im Jahr 2012 etwa 1,1 Milliarden Euro (…)Allerdings sind die Täter zu zwei Dritteln Inländer. Sie kennen das österreichische Sozialsystem besser und wissen, wo etwas zu holen ist. Bei den ausländischen Sozialbetrügern in Österreich stehen die Deutschen ganz weit vorne, weil sie gegenüber anderen Ausländern einen Sprachvorteil haben und von ihrem Heimatland ein ähnliches System kennen.“

Schutz vor Vorurteilen

Klar formuliert, übersichtlich gestaltet, reich an Fakten - das Buch greift Verunglimpfungen und Gemeinplätze unterschiedlicher Art auf und hält ihnen etwas entgegen. Etwa Fragen wie: Nehmen uns Ausländer die Arbeitsplätze weg? Ist die EU undemokratisch? Ist das Kopftuch ein politisches Symbol? War unter den Nazis doch nicht alles schlecht?

Zu einem nicht unerheblichen Teil sind es religiöse Vorurteile, die hier entkräftet werden. Unaufgeregt und kompetent, mit ausführlichen Literaturangaben zum Weiterlesen. Das Buch richtet sich besonders an junge Menschen, die oft sprachlos gegenüber bestimmter Meinungen und Äußerungen seien, aber objektive Daten und Fakten nicht zur Hand hätten, heißt es im Klappentext. „Das vorliegende Handbuch soll für solche Situationen wappnen. Ob im Job, in der Schule, an der Uni, in der Familie oder im Bus: Mit guten Argumenten kann man sich und andere vor unqualifizierten Vorurteilen schützen“.

Brigitte Krautgartner/Nina Goldmann, religion.ORF.at

Link:

  • Hinter Gittern mit Extremisten: Ein Imam erzählt
    Der Imam Ramazan Demir arbeitet im Gefängnis daran, radikalisierte Muslime von ihrem Gedankengut abzubringen. Terroristen wollen ihn deshalb tot sehen. In dem Buch „Unter Extremisten“ erzählt er von dem schwierigen Alltag eines islamischen Gefängnisseelsorgers.
  • Über Sinn und Ursprung christlicher Feiertage
    Wo die christlichen Feiertage ihren Ursprung haben und warum sie gefeiert werden, darüber schreibt der deutsche Theologe und Schauspieler Julian Sengelmann.
  • Buch: Vom Flüchtlingskind zur Konzertpianistin
    Mit einem Kindertransport gelangte das begabte jüdische Mädchen Lisa Jura im Zweiten Weltkrieg aus Wien nach Großbritannien, wo sie später Konzertpianistin wurde. Ihre Tochter hat nun die Geschichte ihrer Mutter niedergeschrieben.
  • Timna Brauer singt jüdisch-christliche Sakralmusik
    Die Wiener Sängerin Timna Brauer und das Elias-Meiri-Ensemble gestalten gemeinsam mit dem in der Kirche Maria am Gestade beheimateten Chorensemble „Vox Gotica“ einen Abend mit jüdisch-christlicher Sakralmusik.
  • Musliminnen-Buch: Kopftuch nur Nebensache
    Ein Buch möchte mit dem einseitigen Bild der abhängigen muslimischen Frau aufräumen. In „Mehr Kopf als Tuch“ kommen elf unterschiedliche Frauen zu Wort - zum Teil mit persönlichen Geschichten. Das Kopftuch spielt dabei nur eine Nebenrolle.
  • Schicksal vertriebener Protestanten in Salzburg Museum
    In einer neuen Ausstellung beleuchtet das Salzburg Museum ab Samstag das Schicksal von 22.000 Salzburgern, die 1731 und 1732 unter dem katholischen Fürsterzbischof Firmian aus ihrer Heimat vertrieben wurden.
  • Das Judentum, mit Witz erklärt
    Paul Chaim Eisenberg beschreibt in seinem Buch „Auf das Leben! Witz und Weisheit eines Oberrabbiners“, was es braucht, um ein guter Rabbiner zu sein: Einfühlungsvermögen, Menschenkenntnis und vor allem Humor.
  • 95 Thesen: Rauminstallation in der Gustav-Adolf-Kirche
    Martin Luthers 95 Thesen: Jede und jeder hat schon von ihnen gehört, doch den Inhalt kennt fast niemand. Eine Rauminstallation in einer Wiener evangelischen Kirche macht sich auf die Spur.
  • „Bible Wear“: Mode in biblischer Zeit
    Mit dem Gewand in biblischer Zeit beschäftigt sich die dritte Sonderausstellung „Bible Wear - Mode in biblischer Zeit“ der Bibelwelt Salzburg. Sie wird im Rahmen der Langen Nacht der Museen am Samstag eröffnet.
  • Kinderbuch: Franz, der verhinderte Ritter
    Für seine kindgerechte Darstellung der Papst-Enzyklika „Laudato si“ hat sich Papst Franziskus beim Autor Hubert Gaisbauer bedankt. In seinem neuen Bilderbuch setzt sich Gaisbauer mit einem Superstar des Christentums auseinander: Franz von Assisi.