„Fußball-Bibel“: Alaba und Co. über ihren Glauben

Zu wem betet David Alaba vor einem wichtigen Spiel? Woran prominente christliche Fußballstars glauben, das können Fans und Interessierte in der neu erschienenen „Fußball-Bibel“ nachlesen.

Das Buch von David Kadel – er arbeitet als „Inspirationstrainer“ mit Fußballprofis – ist aus Anlass der Fußball-Europameisterschaft erschienen, die von 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich ausgetragen wird. Neben Porträts und Interviews mit mehr als 20 Stars verschiedener deutscher Fußballclubs enthält es auch zentrale Inhalte der Bibel sowie religiöse Überlegungen zum Thema Fußball und Gott.

Aus Kadels Gesprächen mit Sportlern und Trainern über ihren Glauben und ihr Verhältnis zu Gott ist außerdem ein Film (Roadmovie) entstanden, der als DVD mit dem Titel „Und vorne hilft der liebe Gott“ vorliegt.

Der Fußballer David Alaba

Reuters/Michael Dalder

Singt gerne „Lobpreislieder“: Adventist David Alaba

Buch und Roadmovie-DVD

In dem 544 Seiten (davon über 100 Bildseiten) starken Buch finden sich Porträts, Interviews und Erfahrungsberichte von Stars wie Alaba (Bayern München), dem Trainer des FC Liverpool, Jürgen Klopp, Daniel Didavi (VfB Stuttgart), Anthony Ujah (Werder Bremen), Elias Kachunga (FC Ingolstadt 04), Javier Hernandez (Bayer Leverkusen) und Sven Schipplock (Hamburger SV).

Die Porträts tragen recht launige Titel wie „Jürgen Klopp: ‚The Normal One!‘“ und „Alaba: Der David unter den Goliaths“. Trainer Klopp, ein Protestant, über seinen Glauben: „Für mich ist der Glaube an Gott wie ein Fixstern, der immer da ist.“

Buchcover "Fußball-Bibel"

Gerth Medien Verlag

Buchhinweis

David Kadel: Fußball-Bibel. Gerth Medien Verlag, 544 Seiten, 10,30 Euro

Gott sei für ihn ein „treuer Begleiter, der mir oft genau dann Kraft schenkt, wenn ich nicht mehr damit rechne. Aber auch ein starker Rückhalt, der mir die Lockerheit gibt, mit einem Lächeln und dem nötigen Vertrauen durchs Leben zu gehen, dass der da oben schon alles richtig macht.“

Alaba und der „FC-Bayern-Bibelkreis“

Der österreichische Nationalspieler Alaba ist Adventist. Im Buch gibt er an, gerne „Lobpreislieder“ zu singen, was er „Worshippen“ nennt. „Bei Unterbrechungen und kurzen Pausen spreche ich mit Gott und mache mir immer wieder bewusst, dass er für mich da ist und mir Kraft und Intuition schenkt“, so der Wiener. Außerdem verblüffe er mit Geschichten über den „FC-Bayern-Bibelkreis“, so Alaba laut einer Presseaussendung des Verlags.

„Meine kleine Bibel in der Sporttasche“

„Wenn wir am Wochenende zum Spiel fahren, habe ich natürlich meine kleine Bibel in der Sporttasche dabei und lese immer wieder mal einen Psalm“, wird der Stuttgarter Mittelfeldspieler Daniel Didavi zitiert. Das passe „in meine Situation als Bundesliga-Spieler“ - schließlich habe auch der biblische David immer kämpfen müssen, „und er hat sich durchgesetzt, weil er seine Kraft in Gott fand“.

Beten gegen Verletzungen

Leverkusens Stürmerstar Javier „Chicharito“ Hernandez, der aus Mexiko stammt, gibt an, es „tut mir unheimlich gut zu beten, deswegen spreche ich mit Gott, so oft es geht, wie mit einem besten Freund. Zum Beispiel auch kurz vor Anpfiff des Spiels, wenn ich mich hinknie und Gott um Bewahrung bitte für beide Mannschaften, denn Verletzungen sind mit das Schlimmste, was ich in meiner Karriere erlebt habe.“

Der Fußballer Javier Hernandez ("Chicharito")

APA/AFP/Roberto Pfeil

Leverkusens „Chicharito“: „Spreche mit Gott, so oft es geht“

„Die Gewissheit, dass Gott etwas mit mir vorhat und mich auf diesem Weg immer begleitet, gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit und Frieden“, so Sven Schipplock vom Hamburger SV. „Ohne Jesus wäre ich nicht da, wo ich heute in meinem Leben bin.“

Der nigerianische Nationalspieler und Werder-Bremen-Kicker Anthony Ujah auf die Frage, ob er Pastor werden möchte: „Ich bin schon jetzt Pastor. Ich erzähle Menschen von Gott – das ist alles, was wirklich wichtig ist.“

„Liebe Gottes“ vs. „Fan-Liebe“

Neben den Fußballerporträts bietet das Buch auch einen „frechen runden Rückblick ins Alte Testament“ sowie einen Vergleich zwischen der „Liebe Gottes" und Fan-Liebe“. Autor Kadel zählt sich allerdings nicht zu denjenigen, die den Sport als Religionsersatz feiern.

„Ich liebe Fußball, und ich liebe Gott“, schreibt er im Vorwort der „Fußball-Bibel“. Doch er macht klar: „Was mir das Wissen von Gottes Nähe gibt, kann mir der Fußball, die schönste Nebensache der Welt, niemals geben.“

Johanna Grillmayer, religion.ORF.at

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