Ein Buch erklärt die heilige Messe

Kurz und prägnant beleuchtet das Buch „Lebensquelle Eucharistie“ Bedeutung, Geschichte und Aufbau der heiligen Messe. Die Herausgeber, Liturgiewissenschaftler Andreas Redtenbacher und ORF-Redakteur Helmut Tatzreiter, lassen namhafte Autoren zu Wort kommen.

„Wieder ein Buch über die Eucharistie?“ - Mit dieser Frage beginnt der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, sein Geleitwort, um kurz darauf die Wichtigkeit einer bewussten Auseinandersetzung mit der heiligen Messe zu betonen.

„Alles Selbstverständliche, Alltägliche steht immer in der Gefahr, zu verflachen, zur Routine zu werden“, schreibt der Kardinal. Da die Eucharistiefeier, so Schönborn, für viele Christen eine Lebensquelle und der Höhepunkt christlichen Lebens sind, sei es notwendig, sich immer wieder mit dem Geheimnis und der Liturgie der heiligen Messe auseinanderzusetzen. Eben dazu will dieses Buch einen Beitrag leisten.

Buchcover Lebensquelle Eucharistie

Herder Verlag

Buchhinweis

Andreas Redtenbacher/Helmut Tatzreiter (Hg.): Lebensquelle Eucharistie. Gedanken zur heiligen Messe. Verlag Herder, 154 Seiten, 17,50 Euro

Geschichte und Bedeutung der Messe

Die Eucharistiefeier wird in dem Buch aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, ihr Werden, ihr Aufbau und die Feier an sich näher erläutert. Die Textbeiträge gliedern sich in vier Hauptteile. Der erste Teil, die „Grundlegung“ genannt, fragt nach der Bedeutung der Eucharistiefeier für das christliche Glaubensleben und das Leben der Gemeinden.

Der „Kurze Abriss der Geschichte“ beleuchtet die wichtigsten Entwicklungsschritte durch die Kirchengeschichte hindurch, erklärt die Verwurzelung im jüdischen Gottesdienst und die Entwicklungen durch die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Namhafte Autoren

Den Hauptteil des Buchs stellt der Abschnitt „Die Teile der Messfeier“ dar. Er führt in den Verlauf der Eucharistiefeier ein und zeigt heutige Gestalt, historische Entstehung und theologischen Sinn der verschiedenen Elemente der Feier auf. Abschließend werden musikalische, pastorale und pädagogische „Impulse für die Praxis“ geboten.

Das Buch enthält unter anderem Beiträge von dem bekannten Pastoraltheologen Paul Michael Zulehner, der Liturgiewissenschaftlerin Ingrid Fischer, dem Dogmatiker Bernhard Körner sowie dem Religionspädagogen Martin Jäggle.

„Lernet die Messe verstehen“

Der Band ist aus einer Beitragsreihe der Wiener Diözesanzeitung „Der Sonntag“ hervorgegangen, für die der Redakteur der ORF-Fernsehsendung „kreuz und quer“ Helmut Tatzreiter einige Jahre tätig war. Andreas Redtenbacher doziert als Professor für Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät der Hochschule Vallendar in Deutschland. Gemeinsam haben die Theologen das Buch herausgegeben.

In ihrem Vorwort schreiben sie: „Das Buch kann zwar keine umfassende Darstellung der Messfeier bieten, will jedoch auf der Linie des Reformtheologen Pius Parsch in klarer Prägnanz das so notwendige vertiefte Verstehen der Messe neu ermöglichen.“ Der österreichische Priester Parsch (1884-1954) ist für seinen Appell an die Gläubigen bekannt, der da lautete: „Lernet die Messe verstehen“.

religion.ORF.at

Links:

  • „Hört die Signale“ bei Osterfestival „Imago Dei“
    Das Osterfestival „Imago Dei“ in Krems hat sich heuer, im 500. Jahr der Reformation und im 100. Jahr der Russischen Revolution, das Motto „Hört die Signale“ vorangestellt.
  • Sommertheater mit Jesus und Judas
    Zwei Antagonisten der neutestamentlichen Heilsgeschichte - Jesus und Judas - stehen im Mittelpunkt zweier Produktionen im Rahmen des sommerlichen Theaterfestes Niederösterreich.
  • Maria Theresia und das sakrale Österreich
    Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg widmet sich 2017 in seiner Jahresausstellung der kirchlichen Kultur der Epoche Maria Theresias und dem Verhältnis der Monarchin zu Kirche und Glauben.
  • Jüdisches Filmfestival: Purim-Fest und Frauenrechte
    Fünf Filme stehen auf dem Programm des Jüdischen Filmfests im Frühling, das von 12. bis 15. März anlässlich des Internationalen Frauentags und des Purim-Fests im Votiv- und DeFrance-Kino in Wien über die Bühne geht.
  • Konversion: Tagung zu Religionswechsel
    Ein Wechsel der Religionszugehörigkeit ist eine persönliche Angelegenheit. Trotzdem war und ist diese Entscheidung eng mit aktuellen, politischen und gesellschaftlichen Umständen verknüpft.
  • Gesprächsreihe: Was Prominente glauben
    Der Frage, was Menschen aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Kunst glauben geht die Gesprächsreihe „2017 – Glaube im Gespräch“ nach. Die Veranstaltung ist Begleitprogramm zur aktuellen Ausstellung „Brennen für den Glauben. Wien nach Luther“.
  • Islam-Ausstellung auf der Schallaburg
    Öffentliche Gastvorträge geben im Vorfeld einer Ausstellung über den Islam auf der Schallaburg Einblicke in das Thema und in verschiedene Zugänge zu Kultur und Dialog.
  • Die besten Bücher zum Reformationsjahr
    Im kommenden Jahr wird der 500. Jahrestag der Reformation begangen, eifrig publiziert wird zum Thema jetzt schon. Martin Luther und seine Zeitgenossen, die Reformation und ihre Auswirkungen auf die Welt geben Stoff für viele neue Bücher.
  • Das evangelische Wien zwischen zwei Buchdeckeln
    Pünktlich zum Start in das Reformationsjubiläumsjahr 2017 erscheint am Donnerstag im Falter Verlag das 208-seitige Buch „So evangelisch ist Wien“. Präsentiert wird es in einer Kirche in Wien-Simmering.
  • Biografie: Luthers Brüche und Widersprüche
    Er schätzte Sex und fürchtete den Teufel, er war ein Fackelträger der Neuzeit und zugleich ganz und gar ein Mensch des Mittelalters: Martin Luther (1483-1546), der Widersprüchliche. So lernt man den Reformator in Lyndal Ropers Buch „Der Mensch Martin Luther“ kennen.