Konversion: Tagung zu Religionswechsel

Ein Wechsel der Religionszugehörigkeit ist eine persönliche Angelegenheit. Trotzdem war und ist diese Entscheidung eng mit aktuellen, politischen und gesellschaftlichen Umständen verknüpft.

Eine Tagung zum Thema Konversion geht auf den Wechsel von Religionen aus christlicher und muslimischer Perspektive ein. Führende Theologinnen aus dem Islam und dem Christentum, sowie Religions-wissenschaftler aus dem deutschen Sprachraum beziehen Stellung zu aktuellen Entwicklungen, heißt es in der Presseaussendung des veranstaltenden Bildungszentrum St. Virgil in Salzburg.

Veranstaltungshinweis

Tagung „Konversion – Abbruch, Übergang, Neubeginn?“, Donnerstag, 9. März 2017, 10.00 bis 21.00 Uhr, St. Virgil Salzburg - Bildungs- und Konferenzzentrum, Seminarhotel
Ernst-Grein-Straße 14, A-5026 Salzburg

Konversionsgründe vielfältig

Was jemanden zu einem Wechsel seiner Religion bewegt, kann viele unterschiedliche Gründe haben. „Migrationsbewegungen, politische und soziale Spannungen in den Herkunftsländern wirken sich auf Entscheidungen ebenso aus wie zweifelhafte Missionierungsaktionen und Radikalisierungsversuche“, so die Aussendung. Das Spannungsfeld Mission – Konversion und Religionsfreiheit sei auch 2017 in Europa wieder relevant.

Nicht selten geraten Menschen sowie jene, die sie bei einem Übertritt begleiten unter Rechtfertigungsdruck. „Menschen, die konvertieren, brechen mit einer bestimmten Tradition, in der Folge auch mit Familien und Freunden. Steckt dahinter Kalkül, weil sie sich Vorteile erhoffen, oder sind es wirklich neue, religiöse Ansichten, die zum Übertritt führen.“ fragt Jakob Reichenberger, verantwortlich für den Interreligiösen Dialog in St. Virgil Salzburg.

Konversion aus christlicher und islamischer Perspektive

Zwei führende Akteure im christlich-muslimischen Dialog eröffnen diese Veranstaltung: Timo Aytac Güzelmansur, Geschäftsführer der christlich-islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der deutschen Bischofskonferenz spricht aus christlicher Sicht und Mouhanad Khorchide als muslimischer Theologe. Zwei Wissenschaftlerinnen beleuchten das Thema aus religionssoziologischer und religionspsychologischer Sicht, den Nachmittag gestalten drei Workshops:

  • Konversion, Antikonversionsverhalten und soziale Spannungen im Buddhismus, Hinduismus und Islam mit Manfred Hutter, Religionswissenschaftler Uni Bonn
  • Mission – Konversion – Dialog- Religionsfreiheit mit Martin Luber SJ, Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen
  • Multireligiöse Identitäten statt Konversion? mit Reinhold Bernhard von der Theologischen Fakultät der Universität Basel.

Ein „Abendgespräch“ zu den Erfahrungen mit Konversionen beschließt die Tagung.

Mitveranstalter sind die Kommission Weltreligionen der Österreichischen Bischofskonferenz und das Zentrum für Theologie interkulturell und Studium der Religionen der Universität Salzburg.

religion.ORF.at

Links:

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    Das Osterfestival „Imago Dei“ in Krems hat sich heuer, im 500. Jahr der Reformation und im 100. Jahr der Russischen Revolution, das Motto „Hört die Signale“ vorangestellt.
  • Sommertheater mit Jesus und Judas
    Zwei Antagonisten der neutestamentlichen Heilsgeschichte - Jesus und Judas - stehen im Mittelpunkt zweier Produktionen im Rahmen des sommerlichen Theaterfestes Niederösterreich.
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    Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg widmet sich 2017 in seiner Jahresausstellung der kirchlichen Kultur der Epoche Maria Theresias und dem Verhältnis der Monarchin zu Kirche und Glauben.
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