Trauer um deutschen Altbundeskanzler Helmut Kohl

Die Trauer um den deutschen Altbundeskanzler Helmut Kohl wird von den Religionsgemeinschaften bekundet. Papst Franziskus hat den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl als „großen Staatsmann und überzeugten Europäer“ gewürdigt.

Kohl habe „mit Weitblick und Hingabe für das Wohl der Menschen in Deutschland und der europäischen Nachbarn gearbeitet“, erklärte der Papst am Samstag in einem Beileidstelegramm an die Bundesregierung.

Franziskus lobte Kohls „unermüdliches Wirken für die Einheit Deutschlands und die Einigung Europas sowie seinen Einsatz für Frieden und Versöhnung“.

Kondolenzbuch Helmut Kohl

Maurizio Gambarini/dpa

Der langjährige Kanzler war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren verstorben

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) trauert um den deutschen Altbundeskanzler Helmut Kohl. Er habe in entscheidenden Augenblicken der Geschichte Deutschlands und Europas „unschätzbar viel für unser Gemeinwesen geleistet“, erklärte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Freitag in Bonn.

Würdigung von jüdischer Seite

Auch der Zentralrat der Juden hat die Verdienste des verstorbenen deutschen Altkanzlers Helmut Kohl (CDU) um das christliche und jüdische Leben in Deutschland gewürdigt.

„Für den großen Politiker und Staatsmann Helmut Kohl war sein christlicher Glaube stets Fundament und Orientierung“, fügte er hinzu. Geprägt von den bitteren Erfahrungen der Vergangenheit, habe er sich mit Weitblick und mit aller Kraft der Zusammenarbeit unter den Völkern Europas gewidmet.

Europäischer Einigungsprozess als Lebensaufgabe

„Der europäische Einigungsprozess wurde so zu seiner Lebensaufgabe. Auf diesem Fundament hat er mit großem Gespür für die geschichtliche Entwicklung und mit großem Mut zu politischer Verantwortung die Wiedervereinigung Deutschlands maßgeblich gestaltet“, sagte Sternberg.

Sternberg, selbst CDU-Politiker, betonte, Kohl habe in enger Verbindung mit der katholischen Kirche gelebt. „Wir sind dankbar für viele Begegnungen und Gespräche, die uns mit ihm als Parteivorsitzenden und Bundeskanzler zusammengeführt haben, nicht zuletzt bei zahlreichen Katholikentagen.“

„Kohl machte Weg frei für Einwanderung von Juden“

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Verdienste des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl (CDU) um das jüdische Leben in Deutschland gewürdigt.

„Im Bewusstsein der historischen Verantwortung Deutschlands machte Helmut Kohl damals den Weg frei für die Einwanderung von Juden“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Freitag. „Die neue Blüte der jüdischen Gemeinschaft haben wir ganz wesentlich der Zuwanderung zu verdanken.“

Der Zentralrat der Juden verlieh Kohl 1997 den Leo-Baeck-Preis, um seinen Einsatz für die jüdische Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion zu würdigen. „Die in seiner Amtszeit gefundene Regelung trug entscheidend zur Stärkung jüdischen Lebens in Deutschland bei“, erklärte der Zentralrat. Die Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder habe sich seitdem auf rund 100.000 verdreifacht.

religion.ORF.at/KAP/AFP

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