Ermittlungen gegen Kardinal Barbarin eingestellt

Die Ermittlungen gegen den Lyoner Kardinal Philippe Barbarin wegen des Verdachts der Nichtanzeige sexueller Übergriffe sind ein weiteres Mal eingestellt worden.

Die Staatsanwaltschaft habe bei ihrer Untersuchung keine Straftat festgestellt, teilte die Erzdiözese Lyon in einem Kommunique von 11. Juli mit. Das Verfahren war am 14. Februar eröffnet worden, nachdem ein hoher Beamter des Innenministeriums gegen Barbarin Klage wegen Nichtanzeige sexueller Übergriffe in seinem Verantwortungsbereich eingereicht hatte.

Kardinal Philippe Barbarin

APA/AFP/Eric Cabanis

Kardinal Philippe Barbarin

Es handelte sich um mutmaßliche Fälle von Missbrauch durch den Priester Jerome Billard zwischen 1990 und 1993. Der Staatsanwaltschaft zufolge habe Barbarin das Opfer bei einem Treffen 2009 ermutigt, Klage einzureichen, hieß es.

Bereits zuvor ermittelt

Gegen Barbarin war bereits 2016 wegen Nichtanzeige sexueller Übergriffe ermittelt worden. Im August 2016 stellte die Staatsanwaltschaft die Verfolgung wegen jener Fälle, die den Priester Bernard Preynat betrafen, jedoch ein. Es habe keine Hinweise auf eine Straftat Barbarins gegeben.

In der Causa Preynat ging es darum, dass ein Priester der Erzdiözese in den 1980er und 1990er Jahren mehr als 70 Pfadfinder sexuell belästigt oder missbraucht haben soll. Einige Fälle sind bereits verjährt.

religion.ORF.at/KAP