Zwei Veranstaltungen zu Edith-Stein-Jahr

Der Karmelitenorden, die Edith-Stein-Gesellschaft und die Katholische Hochschulgemeinde gedenken mit zwei großen Veranstaltungen in Wien zum Thema „Befreite Freiheit“ der Märtyrerin und Europapatronin Edith Stein (1891-1942).

Edith Stein, deren kirchliches Fest am 9. August begangen wird - mit Ordensnamen ab 1934 Sr. Teresia Benedicta vom Kreuz - wurde vor 75 Jahren in Auschwitz-Birkenau ermordet. Die in Heiligenkreuz lehrende Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz wird das Hauptreferat bei einer Sommerakademie zu Stein halten.

Messe und Musikaufführung

Am 13. August referiert P. Roberto Maria Pirastu im Karmelitenkonvent (1190 Wien, Silbergasse 35) über „die ökumenische Dimension des Lebens Edith Steins“. An den Vortrag um 16.30 Uhr schließt eine Messe in der Karmelitenkirche an. Im Anschluss daran wird die Komposition „Triptychon für Edith Stein für Altus und Orgel“ aufgeführt. Komponist ist Christian Lambour, der auch an der Orgel musiziert. Die Komposition wurde vor kurzem in der deutschen Abtei Beuron uraufgeführt.

Edith Stein (ca. 1938-1939)

Public Domain

Edith Stein (etwa 1938-1939

Die Sommerakademie „Befreite Freiheit“ findet von 27. August bis 2. September ebenfalls im Karmel Wien-Silbergasse statt. Gerl-Falkovitz spricht dabei über „Freiheit und Zugehören“. Weitere Referenten sind Tonke Dennebaum (Mainz; „Freiheit als Antwort und als Ver-Antwortung“), P. Christof Betschart OCD (Rom; „Edith Stein als Denkerin christlicher Freiheit“), Beate Beckmann-Zöller (München; „Edith Steins Freiheitsbegriff mit Seitenblick auf den Buddhismus“) sowie P. Thomas Gabriel Brogl OP (Wien; „Das Zeugnis des Märtyrerbischofs Pierre Claverie“).

Vortrag über Märtyrerbischof Claverie

Pierre Claverie hatte 1996 durch Islamisten das Martyrium erlitten, sein Lebenszeugnis und seine Schriften geben laut Brogl Antwort auf die Fragen: Was schenkt letzte Freiheit? Wie kann äußere Bedrängnis zu einer größeren inneren Freiheit führen?

Die Sommerakademie wendet sich vor allem an junge Forscher und Interessierte - nicht nur der Philosophie und der Theologie -, welche die Frage nach „Freiheit und Glaube“ gemeinsam und in einem Kontext des Gebetes vertiefen möchten.

Seit 1999 „Patronin Europas“

Papst Johannes Paul II. ernannte Edith Stein 1999 neben Katharina von Siena und Brigitta von Schweden zur „Patronin Europas“. Sie war Tochter einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Breslau, studierte Philosophie, Germanistik, Geschichte und Psychologie. 1922 trat sie zum katholischen Glauben über. Sie wurde Lehrerin am Lehrerinnenseminar in Speyer, das von Dominikanerinnen geführt wurde. Stein lebte wie eine Ordensfrau. 1933 trat sie in den Kölner Karmel „Maria vom Frieden“ ein.

Nach dem NS-Pogrom am 9. November 1938 konnte auch Stein mit ihrer jüdischen Herkunft nicht mehr in Deutschland bleiben. Sie floh nach Holland und lebte dort im Karmel in Echt. Mit der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen und nach der Verlesung eines Hirtenbriefs der katholischen Bischöfe 1942 in niederländischen Kirchen, in denen sie gegen die Judenverfolgung protestierten, wurde es auch hier gefährlich.

Am 2. August 1942 wurden Stein und ihre mittlerweile ebenfalls getaufte und zu ihr nach Echt gereiste Schwester Rosa verhaftet. Wenige Tage später wurden die Frauen in das KZ Westerbork und von dort nach Auschwitz gebracht. Edith Stein gehörte zu jenen Gefangenen, die sofort getötet wurden.

religion.ORF.at/KAP

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Edith-Stein-Gesellschaft

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