Atomwaffen: Vatikan-Diplomat sieht „Spiel mit Feuer“

Der hochrangige Vatikan-Diplomat, Erzbischof Silvano Maria Tomasi, hat kritisiert, dass manche Politiker und Länder Atomwaffen weiterhin als mögliches Verteidigungsinstrument betrachten und damit ein „Spiel mit dem Feuer“ betreiben.

Indes wachse auf der Welt das Bewusstsein für die sinnlose und unterschiedslose Zerstörungskraft von Nuklearwaffen, sagte der frühere Vatikanvertreter am UNO-Sitz in Genf, Tomasi, am Mittwoch gegenüber Radio Vatikan.

Mit Blick auf die wechselseitigen Drohungen von Nordkorea und US-Präsident Donald Trump meinte Tomasi: „Als Christen müssen wir den Weg des Friedens gehen und die Erziehung und die öffentliche Kultur darüber verstärken, dass man sich gegen die nukleare Bedrohung nur dadurch verteidigt, indem man die atomare Bewaffnungen komplett eliminiert.“

Bischof Silvano Tomasi, Vertreter des Vatikans vor der UNO

APA/EPA/Salvatore di Nolfi

Erzbischof Silvano Maria Tomasi kritisiert das Drohen mit Atomwaffen

Verbot von Atomwaffen

„Damit wir in Sicherheit leben können, gibt es nur einen Weg: kein Land der Welt darf Atomwaffen besitzen“, so der Erzbischof weiter. Er verwies darauf, dass vor wenigen Wochen 123 Staaten das UN-Abkommen zum Verbot von Atomwaffen begrüßt hätten. Dies zeige, dass sich weltweit immer mehr Staaten gegen diese Waffen stellten.

Nach Worten von Tomasi, der zuletzt auch delegierter Sekretär der neuen Vatikanbehörde „für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen“ war, beobachtet Papst Franziskus die Entwicklung in Ostasien mit Aufmerksamkeit.

Drohgebärden von USA und Nordkorea

Nordkorea hatte am Mittwoch mit einem Raketenangriff auf das US-amerikanische Außenterritorium Guam gedroht. Pjöngjang reagierte damit auf eine Aussage von US-Präsident Donald Trump, der vor Journalisten angekündigte, er werde den anhaltenden Provokationen aus Nordkorea „mit Feuer, Wut und Macht“ begegnen, sollten diese nicht enden.

religion.ORF.at/KAP

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