„Bible Wear“: Mode in biblischer Zeit

Mit dem Gewand in biblischer Zeit beschäftigt sich die dritte Sonderausstellung „Bible Wear - Mode in biblischer Zeit“ der Bibelwelt Salzburg. Sie wird im Rahmen der Langen Nacht der Museen am Samstag eröffnet.

„Kleider machen Leute“, so war es auch im Altertum. Sich standesgemäß zu kleiden war wie heute ein Signal der Selbstdarstellung und Abgrenzung. Die Ausstellung zeigt, welche Kleidertypen es in biblischer Zeit gab, welche Materialien verwendet wurden und zu welchem Zweck man sie trug. Unterstützt von der Stiftung BIBEL+ORIENT (Freiburg Schweiz) und dem Jüdischen Museum Berlin konnten Kleider nach biblischer Art genäht werden, so eine Presseaussendung der Bibelwelt.

Exponate aus der Ausstellung "Bible Wear"

Bibelwelt/M. Amiri

Frauenkleidung aus früheren Zeiten

Einige Exponate könnten so auch lebensnah anprobiert werden. Des Weiteren zeigt die Ausstellung laut Ankündigung Kopftücher, die aus jüdischer, christlicher und muslimischer Tradition stammen.

Kleider nach Abbildungen nachgeschneidert

Textilien gehören zu den seltensten Funden bei Ausgrabungen im Orient, aber anhand von Abbildungen auf Rollsiegeln ließen sich das Verschwinden und Entstehen neuer Kleiderarten verfolgen. Das Auftauchen und Verschwinden etwa des Zottenkleides, das Aufkommen der Hemdgewänder und die Ankunft der Hosen aus Persien sind Beispiele dafür. Der Schutz vor Hitze oder Kälte hatte demnach kaum eine Bedeutung, wichtig waren Reichtum und Ehre, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder auch Freude, Trauer und Schande.

Kopftücher und Verschleierung

Ein Teil der Schau ist dem Thema Kopftücher und Verschleierung gewidmet. „Ursprünglich haben reiche Frauen damit ihren Status gezeigt. Sie durften sich verschleiern und zeigten damit: Ich bin wer“, so Heinrich Wagner, Obmann des Vereins Bibelwelt. Prostituierten hingegen sei die Verschleierung untersagt gewesen.

Im Judentum, im Christentum und im Islam wurde die Frau angehalten, ihre „Reize“ zu verhüllen. „So heißt es etwa im Korintherbrief, wenn Frauen prophetisch reden, entehren sie ihr Haupt, wenn es unbedeckt ist. Das heißt, wenn Frauen eine Leitungsaufgabe ausführen (das war damals das prophetische Reden), hatten sie das verhüllt zu tun“, informierte der Pfarrer.

Ausstellungshinweis

„Bible Wear“ vom 8. Oktober 2017 bis 15. Februar 2018 von Donnerstag bis Montag von 10.00 (Sonntag und Feiertag ab 11.00) bis 18.00 Uhr in der Salzburger Bibelwelt, Plainstraße 42A, 5020 Salzburg. Der Eintritt ist frei.

Als Höhepunkt der Ausstellung kündigt die Bibelwelt eine Rekonstruktion der Kleidung des Hohepriesters von Jerusalem an. „Neue Forschungen haben hier Spannendes ans Licht gehoben. Wir sehen Königskleidung mit Wulstsaummantel, oder das Sackkleid, das in Trauerfällen oder als Ausdruck der Umkehr bei begangenem Unrecht getragen wurde“, so die Aussendung des Vereins.

Von Sack und Asche bis Unterwäsche

„In Sack und Asche gehen“ ist ein hebräischer Ausdruck, der auch heute noch in Verwendung ist. Bis hin zur Unterwäsche, die man damals trug, spannt sich der Bogen der Ausstellungsstücke. Seit ihrer Entstehung im April 2015 verzeichnete die Bibelwelt Salzburg, die sich Wissenswertem rund um das „Buch der Bücher“ widmet, über 17.000 Besucherinnen und Besucher.

Exponate aus der Ausstellung "Bible Wear"

Bibelwelt/M. Amiri

Exponate der Ausstellung „Bible Wear“

Die Bibelwelt versteht sich laut ihrer Website „als ein Erlebnishaus, in dem biblische Geschichten hautnah am eignen Leib erlebt werden können“. Sie wird vom ökumenisch geführten Verein Bibelwelt mit Unterstützung der Stadtpfarre St. Elisabeth und des Seelsorgeamtes der Erzdiözese Salzburg getragen.

religion.ORF.at/APA

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