Kinderbuch: Franz, der verhinderte Ritter

Für seine kindgerechte Darstellung der Papst-Enzyklika „Laudato si“ hat sich Papst Franziskus beim Autor Hubert Gaisbauer bedankt. In seinem neuen Bilderbuch setzt sich Gaisbauer mit einem Superstar des Christentums auseinander: Franz von Assisi.

Franz habe eigentlich Ritter werden wollen, so der Einstieg in die Geschichte des charismatischen Heiligen aus dem Mittelalter. Warum daraus nicht wirklich etwas wurde und wie Giovanni Bernadone, der 1181 oder 1182 im mittelitalienischen Assisi geboren wurde, zum heiligen Franz (Franziskus) wurde, ist in „Franz von Assisi“ in einfachen und klaren Worten dargestellt. Das Buch erscheint zum Gedenktag des Heiligen am 4. Oktober.

Vorbild des Papstes

Als der Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt wurde, entschied er sich für den Papst-Namen Franziskus. Diese Reminiszenz an den Gründer des Franziskanerordens, der ein Leben in extremer Armut gewählt hatte, machte die Haltung des neuen Papstes zu einer bescheideneren Kirche mit mehr Augenmerk auf die Armen deutlich.

Buchcover von Hubert Gaisbauers Kinderbuch "Franz von Assisi"

Tyrolia Verlag

Buchhinweis

Hubert Gaisbauer und Birgitte Heiskel (Ill.): Franz von Assisi. Tyrolia Verlag, 26 Seiten, 14,95 Euro, ab fünf Jahren

Gaisbauer erzählt vom Trauma des Krieges und der Gefangenschaft, die Franz von Assisi tief geprägt haben, von der symbolhaften Wiedererrichtung einer verfallenen Kirche, der Gründung der Brüdergemeinschaft und weiteren Eckpunkten der Franz-Vita. Auch die heilige Clara kommt vor. Die empfindsamen, packenden Bleistiftzeichnungen von Birgitta Heiskel mit wenigen, leuchtenden Farben passen gut zum ruhigen Duktus der Geschichte.

Mitleid und Freude an der Natur

Das Mitleid mit den Armen und Kranken, aber auch die Freude an der Natur und dem Zusammensein mit seinen Mitbrüdern macht Gaisbauer in kurzen, markanten Texten spürbar. Am Schluss gibt es dann einiges an zusätzlicher Information für die Erwachsenen, deren Neugier auf Details wie Jahreszahlen und Orte geweckt wurde.

Hubert Gaisbauer studierte Germanistik und Theaterwissenschaft, arbeitete beim Österreichischen Rundfunk (Mitbegründer des Kultursenders Ö1, zuletzt Leiter der Hauptabteilung Religion). Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter „Ein Brief für die Welt. Die Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus für Kinder erzählt“, wofür er von Papst Franziskus persönlich einen Dankesbrief aus dem Vatikan bekam.

Birgitta Heiskel studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und ist seit 1990 als freischaffende Illustratorin hauptsächlich für Buch- und Zeitschriftenverlage in Wien tätig. Für ihre Kinderbuchillustrationen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis.

gril, religion.ORF.at

Mehr dazu:

Link:

  • KPH Wien/Krems lädt zu interreligiösem Abend
    Zu einem interreligiösen „Abend der Vielfalt“ lädt die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Krems am 6. Juni ins Wiener Haus der Musik ein.
  • Festival der Jüdischen Kultur: 70 Jahre Israel
    Das diesjährige Festival der Jüdischen Kultur von 27. Mai bis 17. Juni in Wien steht ganz im Zeichen der Gründung des Staates Israel vor 70 Jahren und bringt Weltstars wie Ester Rada nach Wien.
  • „Das Buch der Bücher“ im Grazer Schauspielhaus
    Das Grazer Schauspielhaus zeigt ab 12. Mai „Das Alte Testament - Aus dem Tagebuch der Menschheit“. Dazu werde es auch Umbauten im Zuschauerraum sowie eine Einbindung des Publikums ins Spiel geben, sagte Regisseur Volker Hesse.
  • Diözesanmuseum Eisenstadt zeigt Reliquienschatz
    Mit einem noch nie gezeigten spektakulären Schatz wartet das Diözesanmuseum Eisenstadt im heurigen Ausstellungsjahr auf: „Die Schatzkammer am heiligen Berg Eisenstadt-Oberberg“ heißt die neue Schau.
  • Adolf Holl und das rebellische Leben
    Der österreichische Theologe und ehemalige Priester Adolf Holl kann auf eine einzigartige Laufbahn in der katholischen Kirche zurückblicken. Eine neue Biografie widmet sich dem bewegten Leben des 87-Jährigen.
  • Bayern: Ausstellung im Papst-Geburtshaus
    Nach einer Winterpause hat das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. im oberbayrischen Marktl am Inn mit einer Ausstellung wieder seine Tore geöffnet.
  • „Lucky“: Ein Atheist feiert das Leben
    Der über 90-jährige Einzelgänger und Atheist Lucky (Harry Dean Stanton) lebt in dem gleichnamigen US-Film sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen und festen Ritualen. Doch eines Tages beginnt er sich mit seiner Endlichkeit auseinanderzusetzen.
  • Adam und Eva: Mächtiger Mythos vom Sündenfall
    Viel vom herrschenden Geschlechterbild leitet sich aus der Geschichte von Adam und Eva und ihrer Vertreibung aus dem Paradies ab. Der Bestsellerautor Stephen Greenblatt geht dem „mächtigen Mythos“ in seinem neuen Buch auf die Spur.
  • Bischof-Glettler-Buch: Jesus als „fremde Gestalt“
    Sperrige, unbequeme Bibelstellen über Jesus sollte man nicht übergehen, sondern besser genau ansehen: Diesem Vorhaben widmen sich der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler und der Grazer Psychiater Michael Lehofer im Buch „Die fremde Gestalt“.
  • Atmen der Seele, Pulsschlag der Religion
    Gebete aus vielen Religionen und Kulturen aus allen Teilen der Welt hat der Religionswissenschaftler Bernhard Lang in einem Band zusammengetragen.