Papst Johannes Paul I. auf dem Weg zur Seligkeit

Der Weg zur Seligsprechung des „33-Tage-Papstes“ Johannes Paul I. ist offiziell frei. Am Donnerstag teilte der Vatikan mit, Papst Franziskus habe entschieden, Albino Luciani (1912-1978) den „heroischen Tugendgrad“ zuzusprechen.

Franziskus bestätigte das auch für den in Italien sozial engagierten und verehrten Bernhard von Baden (1428/29-1458) und anerkannte das Martyrium des ungarischen Ordenspriesters Janos Brenner (1931-1957). Politisch brisant könnte eine Seligsprechung der italienischen Ordensfrau Leonella Sgorbati (1940-2006) werden, deren Martyrium „aus Hass gegen den Glauben“ der Papst jetzt anerkannte.

Wunder noch nicht bestätigt

Sie war 2006 in Somalia bei Unruhen nach der Regensburger Rede Papst Benedikts XVI. getötet worden. Für die Seligsprechung einer Märtyrerin wie Sgorbati ist kein anerkanntes Wunder mehr notwendig. Für eine Seligsprechung Johannes Pauls I. hingegen muss noch ein Wunder auf seine Fürsprache hin bestätigt werden - sofern Papst Franziskus dabei nicht wie bei der Heiligsprechung von Johannes XXIII. (1881-1963) darauf verzichtet.

Johannes Paul I. (1959)

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Albino Luciani, der spätere Johannes Paul I., im Jahr 1959

Nach Angaben des Onlinedienstes Vatican Insider der italienischen Zeitung „La Stampa“ vom Donnerstag ist für ein mögliches Wunder auf Fürsprache Albino Lucianis ein Prozess in Buenos Aires aber bereits abgeschlossen, ein anderer noch im Gang.

Der ungarische Zisterziensernovize Janos Brenner aus Szombathely (Steinamanger) war am 15. Dezember 1957 nachts zu einem Sterbenden gerufen worden. Auf dem Weg dorthin wurde er überfallen und mit zahlreichen Messerstichen getötet. Seit dem Ungarnaufstand 1956 stand er unter Beobachtung der kommunistischen Behörden. Bis 1989 durfte Brenners Tod nicht öffentlich erwähnt werden. Er wurde in der Salesianerkirche von Szombathely beigesetzt.

Mord an Ordensfrau von Muslimen verurteilt

Der Mord an der italienischen Ordensfrau Leonella Sgorbati durch offenbar fanatische Muslime im September 2006 in Mogadischu stand nach damaliger Einschätzung des italienischen Außenministeriums im Zusammenhang mit den Protesten gegen Aussagen von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) in dessen Regensburger Rede.

Drei Monate zuvor hatten radikale islamische Milizen die Hauptstadt Mogadischu eingenommen. Jedoch verurteilte damals ein Sprecher der dortigen Scharia-Gerichte den Mord an der Ordensfrau als barbarischen Akt, der im Widerspruch zur Lehre des Islam stehe.

Bernhard II. von Baden galt zu Lebzeiten als fromm und sozial engagiert. Er starb bei einer Reise durch Oberitalien. Sein Grab in der Marienkirche von Moncalieri wurde zu einem Wallfahrtsort. Unter den insgesamt sechs Katholiken, denen der heroische Tugendgrad zuerkannt wird, ist außerdem der Venezolaner Tommaso Morales Perez (1908-1994). Der Jesuit gründete die Gemeinschaft der „Cruzadas de Santa Maria“, die auch in Bonn und München Niederlassungen haben.

religion.ORF.at/KAP

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