Wiener Jüdischer Chor singt „Shalom Simmering!“

Mit einem großen Galakonzert in Wien-Simmering will der Wiener Jüdische Chor ein musikalisches Zeichen setzen und die Kultur der einst blühenden jüdischen Gemeinde im elften Bezirk wieder aufleben lassen, die 1938 von den Nationalsozialisten zerstört wurde.

Das Publikum erwartet laut Aussendung „ein Potpourri voll Schwung und ‚Freylekhkayt‘ (Fröhlichkeit), aber auch wehmütigen Klänge mit bekannten und vergessenen Liedern in Jiddisch, Hebräisch, Ladino, Arabisch – und erstmals auch in Romanes“.

Stargast Harri Stojka

Denn als Stargast auf der Bühne präsentiert der Wiener Jüdische Chor diesmal „stolz die Gypsy-Swing-Legende Harri Stojka, der einer der bedeutendsten österreichischen Jazz-Musiker der Gegenwart und einer der bekanntesten Roma Österreichs ist“.

Der Wiener Jüdische Chor 2013 am European Jewish Choir Festival in Wien

Wiener Jüdischer Chor

Der Wiener Jüdische Chor

Die Veranstaltung hat auch einen politischen Anspruch: „Es liegt im Wesen des Faschismus, dass sich der Hass gegen alles Andersartige richtet“, so Chorleiter Roman Grinberg, „im Gedenkjahr 2018 wollen wir daher nicht nur an die Verfolgung der Juden erinnern, sondern auch die Roma mit einbeziehen, deren Musik so eng mit der jüdischen verwandt ist und die im Holocaust mit uns Juden zu einer Schicksalsgemeinschaft geworden sind“.

Konzerthinweis

Konzert „Shalom Simmering!“, Wiener Jüdischer Chor mit Chorleiter Roman Grinberg am 14. Juni 2018, Einlass 19.00 Uhr, SIMM City – Simmeringer Festsaal, 1110 Wien

Das Programm soll eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie zwischen den verschiedenen Kulturen schlagen. Über die Lieder und Arrangements wolle man „sehr viel an Kultur, Geschichte und Lebensgefühl“ transportieren, so Chorobmann Florian Pollack.

Die Spielstätte SIMM City liegt in unmittelbarer Nähe zur früheren Simmeringer Synagoge in der Braunhubergasse, die 1899 von der großen Gemeinde errichtet wurde und an die heute nur noch ein Mahnmal auf Nummer 7 erinnert. Während heute rund 50 Juden in Simmering leben, waren es 1934 mehr als zehn Mal so viel.

Geschichte der Simmeringer Juden thematisiert

Entlang der Simmeringer Hauptstraße gab es zahlreiche jüdische Geschäfte, und viele jüdische Handwerker lebten in Simmering. Die Geschichte der Simmeringer Juden, die ab dem 19. Jahrhundert das Gesicht des traditionellen Arbeiterbezirks mitprägten, wird während des Konzerts entsprechend dem programmatischen Titel „Shalom Simmering!“ auch thematisiert.

Der Wiener Jüdische Chor ist ein klassisch gemischter Chor mit fünf Stimmlagen: Sopran, Alt, Tenor, Bariton und Bass. Doch der Chor ist auch „gemischt“, was den kulturellen Hintergrund betrifft: „Es singen Juden und Nicht-Juden zusammen, gebürtige Österreicher und Sängerinnen mit Migrationshintergrund, Menschen, die immer schon in Österreich gelebt haben und andere, die nach Jahren im Ausland wieder nach Wien gekommen sind“, so die Aussendung.

Was den Chor jüdisch mache, sei vor allem sein Repertoire, das von jiddischen Volksliedern und Hits des jiddischen Musiktheaters, über liturgische Gesänge und chassidische Nigunim bis zu israelischen Schlagern und neu komponierten Liedern reicht.

religion.ORF.at

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