Frau sitzt am Bett einer Kranken

ORF/Langbein & Partner

„Wunder Heilung“

„kreuz und quer“ berichtet über wundersame Heilungen totkranker Menschen. Danach: „Armes Schwein - heiß geliebt und wild umstritten“

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ORF

Sendungshinweis

„kreuz und quer“ am 18. September 2012, 22.30 Uhr, ORF 2

Wiederholungen

Mittwoch, 19. September 2012, 20.15 Uhr, ORF III

Donnerstag, 20. September 2012, 11.50 Uhr, ORF 2

Sendungsprofil

TVthek

Kurt Langbein hat eine schwere Krebserkrankung durch Strahlentherapie überstanden. Doch wie lange darf er sich als „vorerst geheilt“ in Sicherheit wiegen? Der erfahrene Wissenschaftsjournalist lässt in „Wunder Heilung“ seine eigene Krankengeschichte Revue passieren und macht sich - begleitet von seiner höchstpersönlichen Motivation - auf die Suche nach den Faktoren, die das Immunsystem des Menschen mobilisieren und damit auch Krebs heilen können. Er besucht Menschen, die aufgrund ihrer Krebsdiagnose als todgeweiht galten, sich jedoch heute bester Gesundheit erfreuen. Bettina Reiter, selbst Ärztin und Psychotherapeutin, gaben ihre Kollegen vor vier Jahren noch ein halbes Jahr Lebenszeit - sie ist nach Immuntherapie und Fiebertherapie wieder ganz gesund. Auch Helmuth Bayreuther gaben die Ärzte nur noch Monate. Er ist nach einer ganzheitsmedizinischen Behandlung inzwischen seit einem Dutzend Jahren frei von Krebs.

Langbein besucht auch Forscher, die nachweisen konnten, wie sehr die Psyche das Immunsystem und damit die Heilungschancen beeinflusst - und dass man mit speziellen Verfahren auch lernen kann, die körpereigene Abwehr zu verbessern. In Turin wiesen Mediziner nach, dass nur mit der Kraft der Überzeugung Parkinson-Symptome gemildert werden können. In Chicago kamen Ärztinnen den seelischen Ursachen für Brustkrebs auf die Spur, in England haben Forscher die Wirksamkeit von Geistheilern wissenschaftlich untersucht.

Der Film ist ein Streifzug durch die moderne Forschungsrichtung der Psycho-Neuro-Immunologie, und es ist eine Geschichte mit Happy End: Auch Regisseur Langbein kann sich nach zwei Jahren als geheilt bezeichnen. Ein Film von Kurt Langbein

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„Armes Schwein - heiß geliebt und wild umstritten“

Das Schwein ist ein ganz besonderes Tier: Es steht dem Menschen näher als jedes andere Nutztier, ist intelligenter als Hund oder Katze und ist gleichzeitig der Hauptlieferant für Fleisch in unserem Kulturkreis. Der Dichter Gottfried Benn schrieb: „Die Krone der Schöpfung: der Mensch, das Schwein.“ Die Ähnlichkeiten mit dem Menschen sind tatsächlich frappant: Außer den Primaten gleicht uns kein anderes Lebewesen so sehr. Gerichtsmediziner ermitteln Stich-und Schusskanäle an Schweinen, weil ihr Fleisch dem unseren so ähnlich ist, probiotische Joghurts werden an Schweinen erprobt, weil sie fast exakt das gleiche Verdauungssystem aufweisen wie wir Menschen und sogar Organtransplantationen vom Schwein zum Menschen werden erforscht, so sehr gleichen sich Herz oder Nieren.

Der Umgang mit dem Schwein in verschiedenen Kulturen und Weltreligionen könnte jedoch ungleicher nicht sein. Während im Judentum und Islam ein völliges Tabu für Schweinefleisch gilt, ist es im christlich-europäischen Kulturraum das am häufigsten und in größter Menge verzehrte Nutztier. Stelze, Schweinsbraten und Wienerschnitzel sind geradezu Teil unserer kulturellen Identität und vom Teller nicht wegzudenken. Und auch die katholische Kirche hat kein Problem mit den eiweißreichen Säugetieren. Zu Ostern wird der Schinken sogar zum „geweihten“ Nahrungsmittel erhoben. Das Schwein hat aber auch in unserer Kultur eine Doppelrolle: Kein anderes Tier ist ein derart beliebtes Glückssymbol und kommt gleichzeitig in so vielen Beschimpfungen vor wie das Schwein. Blöd soll es sein, obwohl es besonders intelligent ist, dreckig, obwohl es ein besonders reinliches Lebewesen ist. Dem Schwein wird auch verbal viel Unrecht getan.

Ferkel

ORF/Posch TV

„Die Krone der Schöpfung: Der Mensch, das Schwein“

Die „kreuz und quer“-Dokumentation „Armes Schwein - heiß geliebt und wild umstritten“ zeigt mit eindrucksvollen Beispielen, wie zwiespältig das Verhältnis von Menschen und Religionen zu Sus scrofa domestica, dem gemeinen Hausschwein, tatsächlich ist. Der Film spannt einen faszinierenden Bogen von Kairo, wo den christlichen Kopten 2009 vierhunderttausend Schweine weggenommen und getötet wurden, über Hamburg, wo ein eigenes Institut darüber wacht, dass Lebensmittel auch nicht mit geringsten Spuren von Schweinefleisch kontaminiert werden, bis in österreichische Schweineställe, Schlachthöfe und Gasthöfe.

Regisseur Christian Kugler und Kameramann Franz Posch verfolgen das Leben des Freiland-Bio-Ferkels „Felix“ von der Geburt bis zum Wurstzustand, schauen in einer koscheren Schulküche in Deutschland dem israelischen Koch über die Schulter und beobachten die Herstellung von Marzipanschweinen und Sauköpfen aus nächster Nähe. Zu Wort kommen neben koptischen Müllsammlern, denen die Hälfte ihrer ohnehin elenden Lebensgrundlage genommen wurde, auch zahlreiche Experten und mit dem Thema Befasste: Ethiker, Philosophen, Religionswissenschafter, Tierärzte, Kulturhistoriker, Landwirte und Geistliche. Sie alle versuchen zu erklären, warum der Mensch auf rätselhafte Weise ein Lebewesen, das ihm so ähnelt und nahesteht, gleichzeitig verteufelt und tabuisiert, als Fleischspeise quält und vergöttert, als Glückssymbol belächelt und als Schimpfwort missbraucht.

Ein Film von Christian Kugler