Vater, Mutter und vier Kinder in altmodischer Kleidung vor einem Pferdewagen

ORF/BBC

„Das geheime Leben der Amish“

Lynn Alleway porträtiert in ihrer BBC-Doku eine ganz spezielle Amish-Familie im US-Bundesstaat Pennsylvania, die versucht, Außenstehende von ihrem Glauben zu überzeugen. Danach: Jacqueline Kornmüllers „Himmel auf Ereden - im Reigen der Religionen“.

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ORF

Sendungshinweis

Dienstag, 30. Juli 2013
um 22.30 Uhr, ORF 2

Wiederholungen:

Mittwoch, 31. Juli 2013
um 20.15 Uhr, ORF III

Donnerstag, 1. August 2013
um 11.50 Uhr, ORF 2
(nur „Das geheime Leben der Amish“)

„kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – zeigt am 30. Juli 2013 Lynn Alleways Dokumentarfilm „Das geheime Leben der Amish“: Ihr Porträt über Familie, Leben und Glauben der Amish eröffnet eine Welt, die normalerweise geheim gehalten wird.

Um 23.25 Uhr befasst sich Jacqueline Kornmüller in „Himmel auf Erden – Im Reigen der Religionen“ mit den Motiven, die Menschen dazu bringen, ihren Glauben zu wechseln.

„Das geheime Leben der Amish“

David und Miriam Lapp und ihre vier Kinder sind eine Amish-Familie. Sie gehören den sogenannten „Old Order Amish“ an, einer sehr traditionsbewussten und innovationsfeindlichen Richtung innerhalb der Religionsgemeinschaft der Amish. Die Lapps leben in Lancaster County im US-Bundesstaat Pennsylvania. Die ersten Amischen, die im 17. Jahrhundert vor der Verfolgung als Ketzer aus Europa geflohen waren, hatten sich hier angesiedelt, und auch heute leben in Pennsylvania noch fast 60.000 Mitglieder dieser täuferisch-reformierten Kirche.

„Old Order Amish“ entsprechen in ihrer Lebensführung sehr den Klischeevorstellungen, die Außenstehende von den Amish haben: Sie lehnen fast alle technischen Errungenschaften der modernen Zeit ab – wie etwa Autos oder elektrischen Strom –, benützen auch im heutigen Straßenverkehr immer noch Pferdefuhrwerke und kleiden sich nach überlieferten Vorschriften, die ihre Welt-Abgekehrtheit unterstreichen sollen.

Doch David und Miriam unterscheiden sich von den meisten Mitgliedern ihrer Kirche in einem entscheidenden Punkt: Sie möchten ihre christlichen Grundwerte auch Andersdenkenden nahebringen, sie fühlen sich als Jünger Jesu berufen, „in die Welt hinauszugehen und das Evangelium zu verbreiten“. Obwohl sie damit riskieren, exkommuniziert zu werden, haben sie zugestimmt, an dem Dokumentarfilm-Projekt von Lynn Alleway teilzunehmen.

Sie haben die Filmemacherin in ihr Zuhause eingeladen und mit der Kamera an vielen Aspekten ihres Lebens teilhaben lassen, die normalerweise vor der Außenwelt verborgen sind. Entstanden ist ein feinfühliges Porträt einer ganz spezifischen Amish-Familie im modernen Amerika. Einer Familie, die sich in den Werten und Traditionen ihrer Kirche verwurzelt und aufgehoben fühlt, die es aber gleichzeitig „an der Zeit“ findet – wie Miriam sagt – „mit einigen Lügen aufzuräumen, die sie selbst und die Amish so lange geglaubt haben“.

So sind sie nicht mehr bereit, ihre exkommunizierten Freunde zu meiden, denen sie sich in vielerlei Weise verbunden fühlen. Gleichzeitig wollen sie aber auch die Gemeinde nicht vor den Kopf stoßen, denn sie fühlen sich nach wie vor als Old Order Amish. Sie sind sich klar darüber, dass sie mit dieser Haltung ein großes Wagnis eingegangen sind, aber sie versuchen, furchtlos zu sein und das Sendungsgebot Jesu zu befolgen.

Eine BBC-Dokumentation von Lynn Alleway

„Himmel auf Erden – Im Reigen der Religionen“

Warum wechselt jemand seinen Glauben? Was führt zu so einem entscheidenden Schritt? Was lässt man hinter sich, was gewinnt man? Diese und ähnliche Fragen begleiten Menschen, die eine Konversion anstreben.

Jacqueline Kornmüllers Film stellt sich diesen Fragen in einer besonderen Form: Gleich dem Reigen von Schnitzler, der im wiederkehrenden Prinzip des Wechsels der Partner das Wesen der Liebe thematisiert, versucht „Himmel auf Erden“ im Wechsel der Religionen das Wesen des Glaubens aufzuspüren.

Ein Dokumentarfilm von Jacqueline Kornmüller