Kairo nach dem Attentat

APA/AFP/KHALED DESOUKI

Antwort auf den Terror: Wie reagieren Kopten in Ägypten?

Antwort auf den Terror: Wie reagieren Kopten in Ägypten? | Solidarität mit Opfern: Fackelzug für verfolgte Christen | Neue Worte, gleicher Inhalt: Kirchen präsentieren „neue Bibeln“ | „Da muss sich etwas ändern….“ – 500 Jahre Reformation | „Selig ist, wer Frieden stiftet“: Weihnachtsgedanken von Helmut Krätzl

Sendungsprofil Orientierung

ORF

Sendungshinweis

„Orientierung“ am Sonntag,
18.12.2016, 12.30 Uhr, ORF 2
Wiederholung am 20.12.2016, 10.40 Uhr, ORF III

Antwort auf den Terror: Wie reagieren Kopten in Ägypten?

Es war ein „Stich mitten ins Herz“ der christlich-koptischen Gemeinde der ägyptischen Hauptstadt, als am vergangenen Sonntag unmittelbar neben der St. Markus-Kathedrale in Kairo – in der Kirche St. Peter und Paul - eine Bombe explodierte.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich in der kleinen Kirche, in der sich viele Frauen und Kinder aufhielten, während eines Gottesdienstes in die Luft gesprengt. 24 Menschen kamen bei dem Anschlag ums Leben. Wenige Tage darauf bekannte sich die Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu dem blutigen Attentat.

Die „Orientierung“ ist der Frage nachgegangen, welche Folgen der Anschlag auf die koptisch-christliche Minderheit hat, die schätzungsweise zehn Prozent der Bevölkerung Ägyptens ausmacht und - wie es um das Verhältnis zwischen Christen und Staat steht, der einerseits als ihr Schutzpatron gegen islamistische Strömungen auftritt, anderseits aber auch Teil der täglich erlebten Diskriminierung in Ägypten ist.

Bericht: Karim El-Gawhary, Länge: 5 Minuten

Solidarität mit Opfern: Fackelzug für verfolgte Christen

Weltweit werden rund 100 Millionen Christinnen und Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Erschreckende Zahlen – sie beruhen auf Schätzungen - die da unlängst von Christian Solidarity International (CSI), „Kirche in Not“ und rund zwanzig anderen Organisationen bei einem Fackelzug für verfolgte Christen präsentiert wurden.

Am vergangenen Montag marschierten Christen unterschiedlicher Konfessionen von der Wiener Oper zu einem gemeinsamen Gottesdienst im Stephansdom. Besonders betete man dabei für die Opfer des verheerenden Selbstmordanschlages am Sonntag auf die koptische Kirche St. Peter und Paul in Kairo. Auch in der koptischen Diözese in Österreich rief man spontan zum Gebet für die Opfer, aber auch - für die Täter.

Bericht: Marcus Marschalek, Länge: 3 Minuten

Neue Worte, gleicher Inhalt: Kirchen präsentieren „neue Bibeln“

Rechtzeitig zum Reformationsjubiläum 2017 ist sie fertig geworden: die Lutherbibel 2017. Genauer, verständlicher, nahe am biblischen Ur-Text und gleichzeitig auch näher an Martin Luthers 500 Jahre alter Sprache soll sie sein, diese revidierte Fassung.

Von den 36.000 biblischen Versen in der Fassung von 1984 wurden nun 16.000 überarbeitet. Jedes zehnte Wort wurde geändert. Und auch die römisch-katholische Kirche im deutschsprachigen Raum hat sich auf eine Überarbeitung ihrer Einheitsübersetzung der Bibel eingelassen.

Auch hier wollte man neue bibelwissenschaftliche Erkenntnisse einfließen lassen. „Genau. Komplett. Verständlich.“ ist auf dem Einband der neuen Ausgabe zu lesen. Die „Orientierung“ zeigt anhand von ausgewählten Beispielen einige Änderungen in Lutherbibel und Einheitsübersetzung.

Zu Wort kommen die evangelische Theologin und Direktorin der Österreichischen Bibelgesellschaft, Jutta Henner und der katholische Bibelwissenschafter Walter Kirchschläger.

Bericht: Christoph Riedl-Daser, Länge: 8 Minuten

„Da muss sich etwas ändern….“ – 500 Jahre Reformation

“Da muss sich etwas ändern”: Das hat der Reformator Martin Luther - etwas salopp formuliert - im Jahr 1517 von Kirche und Gesellschaft mit seinen Thesen gefordert. 500 Jahre danach begehen die evangelischen Kirchen nun das Reformationsjubiläum.

Die „Orientierung“ hat das zum Anlass genommen, nachzufragen, was sich denn in diesen Tagen so ändern müsse. In Erinnerung an Martin Luther wird – unter dem Leitspruch „Da muss sich etwas ändern“ – ein „Orientierung“-Team in vielen Teilen Österreichs unterwegs sein, um Antworten auf die Fragen nach Veränderung einzuholen.

Station 1 war dieser Tage der Christkindlmarkt auf dem Wiener Rathausplatz, wo es vor allem um ein Anliegen ging: ein neues Miteinander der österreichischen Gesellschaft.

Bericht: Marcus Marschalek, Länge: 3 Minuten

„Selig ist, wer Frieden stiftet“: Weihnachtsgedanken von Helmut Krätzl

Im Oktober wurde der frühere Wiener Weihbischof Helmut Krätzl 85 Jahre alt. Doch an einen „echten Ruhestand“ denkt der umtriebige Kirchenmann noch nicht. Ganz im Gegenteil: Erst kürzlich hat Krätzl ein neues Buch veröffentlicht.

In „Meine Kirche im Licht der Päpste“ blickt er zurück auf sein Leben und Wirken, das von bisher sieben Päpsten maßgeblich geprägt wurde: von Pius XII., der noch absolutistisch regierte, bis zu Papst Franziskus, der eine arme, dienende Kirche predigt und lebt, reicht der Bogen. Zentraler Punkt – im Leben, wie auch in seinem jüngsten Buch – ist das 2. Vatikanische Konzil in den 1960er-Jahren.

Diese Kirchenversammlung hat Helmut Krätzl ermutigt, sich in oft heiklen innerkirchlichen Fragen zu Wort zu melden. Im „Orientierung“-Interview spricht der emeritierte Weihbischof über „seine Päpste“ und ihre Personalpolitik in Österreich durch Bischofsernennungen und – über die Bedeutung des Weihnachtsfestes im Jahr 2016.

Gestaltung: Christoph Riedl-Daser, Länge: 7 Minuten

Moderation: Christoph Riedl-Daser
Redaktionsleitung: Norbert Steidl